Slowenien 2026 - Tag 3 - Italien die Zweite
Entgegen der ursprünglichen Planung hatten wir uns entschieden heute nicht die Tour auf den Matajur zu machen, da dieser einen sehr langen und steilen Anstieg bedeutete. Fayek und Frank wollten lieber eine Tour fahren, bei der zwar am Ende mehr Höhenmeter auf dem Tacho verzeichnet waren, diese aber über mehrere kleine Berge erreicht wurden. So gab es mehr Optionen, dass die Beine sich immer wieder erholen konnten. Damit ging es wieder nach Westen und Italien. Der erste Anstieg ab Zaga war uns bereits vom ersten Tag bekannt. Da es aber wärmer war der Anstieg doch etwas anstrengender. Ich schlug wieder ein etwas moderates Tempo an, auch wenn mich es gereizt hätte zu einer Gruppe e-Bike Fahrer, die wir vor uns sahen, aufzuschließen. Doch mäßigte ich mich und fuhr zusammen mit Fayek den Anstieg hoch. Frank musste etwas abreißen lassen, doch kam er kurz nach uns an der Kuppe an. Nach einer kurzen Abfahrt waren wir wieder in Italien und hier begann auch schon der zweite Anstieg. Ich war etwas überrascht, da ich im Kopf hatte, dass sich hier die Strecke teilen würde. Dieses passierte aber kurz danach. Die weitere Strecke lag leider nicht so schön im Schatten, wie an Tag 1 doch war die Landschaft erneut wirklich schön anzusehen! Jetzt ging es in eine lange Abfahrt. An der ersten geplanten Raststelle fuhren wir vorbei, da wir noch keinen Hunger verspürten und unsere Trinkflaschen noch gut gefüllt waren. Wir kamen durch mehrere kleine idyllische Dörfer und es herrschte ein richtiges italienisches Flair. Dann sollte es wieder bergauf gehen, doch war die Straße abgesperrt und es bestand keine Chance daran vorbeizufahren. Wir wussten auch nicht, ob wir wirklich weiterkommen würden und dann doch wieder umkehren müssten. So prüften wir auf den Garmins welche Route jetzt möglich wäre, um wieder auf die geplante Strecke zu kommen. Leider gab es an diesem Punkt keinen ordentlichen Empfang, sodass keine Möglichkeit war die Strecke mittels Google zu prüfen. Doch Fayek fand eine gute Variante und so machten wir uns auf den Weg. Die Strecke war wirklich toll und zwischendurch hatte man fast das Gefühl in der Ferne das Mittelmeer sehen zu können. Es ging stetig bergauf und bergab, dann hatten wir die geplante Strecke wieder. Es war am Ende nur ein Umweg von ca. 5 Kilometern gewesen und allzu viele Höhenmeter waren auch nicht dazu gekommen. Nach rund 55km kamen wir an einem Brunnen vorbei und füllten unsere Flaschen. Das kühle und frische Wasser schmeckte wunderbar. Wenige hundert Meter weiter war auch eine geplante Rast. Es war eine kleine Bar und die Besitzerin begrüßte uns sehr freundlich. Auch ohne Englisch gelang es uns sich zu verständigen und wir bekamen unsere Getränke und einen leckeren Toast mit Käse und Schinken serviert.
Dann hieß es wieder bergauf. Die Straße war recht schmal und da kein Wind ging, war uns auch entsprechend warm. Wieder erfolgte eine Abfahrt, wobei die Straßenqualität etwas zu wünschen ließ und durchaus holprig war. Mann musste schon richtig hinschauen, um in der Abfahrt die Schlaglöcher nicht zu treffen. Nun überquerten wir erneut die Grenze. Diesmal zurück nach Slowenien. Wäre da nicht ein Schild gewesen, nichts hätte auf eine Landesgrenze hingedeutet. Manchmal ist der Schengenraum schon klasse. Die Straße war nach der Grenze von feinstem Asphalt, leider nur ein paar hundert Meter, dann wurde der Asphalt richtig schlecht. Auf den nächsten 3km wechselte sich ganz neuer Asphalt mit sehr schlechtem Asphalt immer wieder ab und die Fahrt war dementsprechend anstrengend. Zwischendurch überholten wir einige andere Radler, die sich mit Gepäck den Anstieg hoch quälten. Auf dem Pass erholten wir uns erstmal. Leider war auf der nun folgenden Abfahrt der Asphalt nicht gut. Mann hatte den Eindruck, dass die obere Decke abgefräst worden war und in diesem Zustand hatte ich durchaus Bedenken mir einen Platten einzufangen. Es erwischte dann Frank. Ich war schon etwas voraus und so musste ich ein Stück den Anstieg wieder hoch fahren um zurück zu Frank zu kommen. Die beiden waren schon fleißig dabei den kaputten Schlauch zu wechseln. Den Mantel konnten wir nur mit vereinten Kräften wieder auf die Felge bringen. Beim anschließenden Aufpumpen mussten wir leider feststellen, dass wir dabei den Schlauch kaputt gemacht hatten. So hieß es wieder alles von vorne. Auch den zweiten Schlauch vermurksten wir so. Wir waren schon ein wenig genervt, dass es so schwierig war einen Schlauch zu wechseln. Bei dem dritten und letzten Schlauch, den wir dabei hatten, klappte es Gott sei Dank! So konnten wir nach rund einer Stunde Zwangspause unsere Fahrt fortsetzen.
Jetzt folgende Abfahrt war super, die Straße von bester Qualität, die Kurven eher weit geschwungen und alles nicht zu steil. Dazu wenig bis gar keinen Verkehr, so macht abfahren Spaß!! Im Anschluss ging es überwiegend flach in Richtung Kobarit, glücklicherweise auch noch mit Rückenwind, so dass es sich locker dahin rollte. In Kobarit wichen wir von der geplanten Strecke ein wenig ab, um auf einer schmalen Straße entlang der Soca fahren zu können. Den wenigen Verkehr bezahlten wir mit reichlich rauf und runter. Immer wieder konnte man kurze Blicke hinunter auf die Soca werfen, die mit ihrem türkisblauen Wasser vor sich hin strömte. Bevor es wieder auf die Hauptstraße ging, mussten wir nochmal einen giftigen, wenn auch nicht sehr langen Anstieg hoch. Auf der Straße ging es dann zwar erstmal leicht bergab, dafür war doch der stärkere Verkehr trübte den Genuss. Erneut ging es nochmal über gut 2km bergan und rund 100hm mussten wir bewältigen. Wir kamen dabei in Trnovo ob Soci vorbei, wo ich mit den Havelbrüdern vor 11 Jahren zum Wildwasser fahren war und meine ersten Erfahrungen hier in der Region mit dem Rennrad gemacht hatte. Wir bogen dann wieder von der Straße auf den kleinen Weg ab, der auf der anderen Seite des Flusses uns in Richtung Bovec führte. Noch ein letzter Anstieg hoch nach Bovec und wir hatten es geschafft.
Am Abend wollten wir eigentlich eine Pizzeria ausprobieren, doch hätten wir dort recht lange für einen Tisch anstehen müssen. So gingen wir zurück in den Ort und fanden ein Restaurant, in dem es einen überraschend guten Burger gab. Ausklingen ließen wir den Abend dann noch mit Fußball und der Tour de France.









