Nizza 2026 - Tag 4 - Gorges du Loup
Mein erster Test am Morgen war, ob das Hinterrad immer noch den Druck hielt, aber alles war bestens. So konnte ich erst einmal zu meiner Bäckerei gehen und frühstücken! Gewisse Teile der Strecke kannte ich heute schon, wenn ich in Teilen diese auch in entgegengesetzteer Richtung befahren würde. Die Strecke sollte mich noch weiter ins Hinterland bringen und ich hatte am zweiten Tag, oben bei Greolieres de Neiges, bereits einen Blick darauf werfen können.
Doch erst einmal ging ich wieder zum Bäcker und genoß mein kleines Frühstück mit Blick auf das Meer. In der Nacht hatte hier auch eine Jacht fest gemacht, von denen hier doch einige immer wieder zu sehen waren. Der erste Teil der Strecke war nahezu identisch mit der Tour am zweiten Tag, doch nach knapp 30 km fuhr ich weiter geradeaus, anstatt wie vor zwei Tagen hinauf in Richtung Gourdon zu fahren. Es ging weiter in Richtung Greolieres und ich hatte immer wieder tolle Ausblicke auf die Berge vor mir. 5 Kilometer später, kurz vor Greolieres, machte ich meinen Kaffeestopp. Ich hatte dieses kleine Cafe bei meiner Abfahrt vor zwei Tagen gesehen und wusste auch, dass die Bar, die ich in meiner Planung mal ausgesucht hatte, heute geschlossen hätte. Es war auch eigentlich kein Cafe, sondern ein kleiner Lebensmittelladen, der auch Snacks und Kaffee anbot. Kurz nach mir kamen von eine andere Radtruppe an, die ebenfalls halt machten. Es war schon erstaunlich, wie viele ältere hier auf Rennrädern unterwegs waren und die Anzahl der Frauen war für mich dabei ebenfalls überraschend. Wie auch hier, sah ich immer wieder bei diesen Gruppen, das Teile mit Motorunterstützung fuhren und andere ohne. Ich fand es klasse, dass so unterschiedliche Leistungsniveaus zusammen Spaß haben konnten. Man musste bei den Rädern auch sehr genau hinsehen, um den Motor zu entdecken.
Der Kaffee drückte mir inzwischen etwas auf die Blase und ich hatte auch keine Option gesehen meine Flaschen wieder aufzufüllen, so machte ich mich wieder auf den Weg. In Greolieres erinnerte ich mich an den Brunnen, der bei dem Cafe war und füllte meine Flasche. Als ich zu meinem Rad zurück ging, sah ich auf der anderen Straßenseite eine öffentliche Toilette, die mir vorher entgangen war. So konnte ich entspannt auf Toilette gehen. Dies war auch das erste Mal, dass ich froh war Taschentücher dabei zu haben, da die Toilette zwar sauber war, aber Klopapier fehlte. Dann ging es körperlich deutlich entspannter weiter. Diesen Abschnitt kannte ich wieder, nur aus der entgegengesetzten Richtung. Den Abzweiger hinauf ins Skigebiet ließ ich rechts liegen. Als ich die bekannte Strecke verließ ging es hinauf zum Col de Bleine. Die Straße war jetzt wirklich leer und ich sollte auf den nächsten 30 Kilometer nicht mehr als 5 Autos sehen. Die Straße führte mich durch schöne Kiefernwälder und ich hatte das Gefühl hier ganz alleine unterwegs zu sein. Oben am Pass, der immerhin 1439 m hoch war gab es zwar kein Schild, dafür aber eine sehr schöne Aussicht ins Mercantour mit seinen schneebedeckten Gipfeln.
Über eine kurvenreiche Abfahrt fuhr ich nun meinem zweiten Stopp im kleinen und sehr malerischen Ort Le Mas entgegen. Ich hielt am örtlichen Brunnen und sah gegenüber einen kleine Epicerie, was ein kleiner Lebensmittelladen ist. Es gab leider keine Croissants mehr und der Kaffee war aus einer Nespressomaschine, doch dieses tat meiner guten Stimmung keinen Abbruch. Meine Beine fühlten sich noch recht gut an, das Wetter passte und ich war mit dem Rad in einer tollen Landschaft unterwegs!
Wenige hundert Meter später sah ich dann den eigentlichen Laden, an dem ich geplant hatte zu halten. Dieser sah aber doch nach einem richtigen Restaurant aus. Da ich mich gerade gestärkt hatte fuhr ich auch weiter. Die Straße war jetzt eher schmal und führte immer wieder unter kleinen Felsüberhängen durch und überquerte tiefe Schluchten auf mittelalterlichen Brücken. In Roquesteron machte ich erneut halt. Eigentlich wollte ich noch einen kleinen Snack ergattern, doch der örtliche Laden schloss gerade für die Mittagsruhe. SO setzte ich mich an eine Kirche und verzehrte einen meiner Riegel. Hinter Roquesteron ging es nochmal eine kleine Steigung hinauf, dann stand im Grunde nur noch die Abfahrt. Bald hatte ich auch wieder einen Blick hinunter zur Var. Diesen Abschnutt kannte ich auch wieder, diesmal aber von meinem ersten Tag. Ich achtete darauf heute nicht falsch abzubiegen, da ich mir die 30% Steigung nicht erneut geben wollte… Dann ging es wieder hinunter ans Meer. Hier wollte ich dann doch die 140km voll machen und fuhr auf der Uferpromenade noch bis zum Hippodrome, auch wenn man dieses aufgrund der Bäume nicht wirklich sehen konnte. Vor meiner Wohnung wieder angekommen gönnte ich mir noch ein leckeres Eis.









