Nizza 2026 - Tag 2 - Greolieres les Neiges
Der Tag begann wieder mit einem Frühstück beim Bäcker. Ich genoss es sichtlich, zumal ich mir gleich zwei Kaffee besorgt hatte und einen mit Marmelade gefüllten Krapfen. Da waren meine Energiespeicher sehr gut gefüllt! Auf der Straße war schon ziemlich was los. Es war viel Polizei da und die Wege wurden alle abgesperrt. Von einer Polizistin erfuhr ich, dass den ganzen Tag heute ein Kinderfest stattfinden würde. Mich tangierte es kaum, ich konnte zwar nicht an der Promenade entlangfahren, doch in der angrenzenden Nebenstraße ging es auch gut.
Kaum war ich ein paar Kilometer aus der Stadt raus, wurde es deutlich ruhiger und ich konnte die Landschaft genießen! Die Ausblicke in die Berge mit den vielen kleinen Orten waren einfach fantastisch! Die Temperatur war angenehm, wenn im Schatten auch noch ein wenig frisch. Die Straße folgte dem Fluss Le Loup und ich kam auch an einem tollen Wasserfall vorbei. Zwischendurch stieß ich immer wieder auf andere Radfahrer, meist aber doch älter und in kleinen Gruppen. So erfreute ich mich meiner Form. Zwischendurch wurde ich aber auch überholt und zwar mit von jemandem der deutlich schneller war als ich. Es sah mir etwas nach Profi aus, konnte es aber nicht genau feststellen. Ich versuchte erst gar nicht da mitzufahren, da klar war, hier trainierten Leute auch richtig und machten nicht nur Genußfahren…
Bei Bramafan ging es nach einer scharfen Kurve richtig in den Berg. Immer wieder schwang sich die Straße in Serpentinen bergauf und erlaubte wunderschöne Blicke entweder ins Hinterland, wo ich schneebedeckte Gipfel erblickte oder zurück, wo das Mittelmeer in der Ferne glitzerte. Da dieser Teil des Hangs hauptsächlich in der Sonne lag, waren die Temperaturen jetzt mehr als angenehm und ich saugte die Stimmung in mich auf.
Bei Gourdon machte ich einen Kaffeestopp bei einer kleiner Bar. Auch andere Radler hatten sich hier schon niedergelassen. Mir kam es ein wenig wie ein kleiner Hotspot der lokalen Rennradszene vor. Nach dem Kaffee ging es weiter hinauf zum Col de l’Ecre. Am Pass machte ich erst mal eine Pause und sah zu, wie diverse andere Radler den Pass überquerten. Die meisten waren doch ziemlich austrainiert und ich war überrascht von der Vielzahl der Rennradfahrer, die mit einem Triathlonaufsatz hier unterwegs waren. Ich kam auf eine Art Hochebene mit sehr wenig Verkehr und bester Straße. Es folgte ein ca. 3km langer moderater Anstieg hinauf zum Col de la Sine. Immer wieder gab es auch Hinweisschilder zu weiteren Radrouten. Die Landschaft erlaubte immer wieder weite Blicke. Mein Weg führte mich weiter zum Col du Castellaras. Ich kam jetzt an den Punkt, an dem ich bei der Planung überlegt hatte, diesen Abschnitt ggf. auszulassen. Ich wollte es abhängig von meiner Form machen, doch fühlte ich mich gut und mein Ehrgeiz war natürlich geweckt die geplante Tour auch vollständig zu absolvieren und so nahm ich den Abzweig hinauf in das lokale Skigebiet. Der Anstieg war insgesamt 7 Kilometer lang, wobei auf der ersten Hälfte die meisten Höhenmeter zu bewältigen waren. Aufgrund der Serpentinen konnte ich aber immer wieder kleine Ziele setzten und mich Meter für Meter den Berg hocharbeiten.
Schon allein der Blick zurück entschädigte für alle Strapazen. Oben angekommen konnte man deutlich die Pisten erkennen und wie immer kommen sie mir im Sommer viel steiler vor, als wenn ich im Winter auf ihnen hinab fahre. Die Straße führte in einer Schleife wieder zurück zum Anstieg. Eigentlich wollte ich hier einen kleinen Stopp machen, doch fand ich leider keine passende Gelegenheit. Auf dem Hinweg hatte ich schon ein Hinweisschild auf einen Aussichtspunkt gesehen, den ich jetzt ansteuerte und der Ausblick war mehr als überragend. Ich konnte sehr weit ins Hinterland blicken. Ein älterer Franzose hielt ebenfalls an und fragte mich, ob ich da noch hin wolle, was ich aber lachend verneinte. Er erzählte noch eine Menge mehr, was ich aber nicht verstand… So verabschiedete ich mich von ihm und setzte meine Fahrt fort. Es ging zurück auf die Hauptstrecke und ab jetzt in der Mehrheit bergab 😉.
Die Straße mäanderte entlang der Hänge. In Greolieres wollte ich bei einem Cafe einen Stopp einlegen. Auch andere Radler waren dort gerade angekommen. Ich bekam dann mit, dass die Kellnerin meinte sie hätten so viel zu tun, dass sie nur im Restaurantbereich servieren würden. So zogen die anderen von dannen und ich schloss mich an. Wenige Kilometer später sah ich sie in einem anderen Cafe sitzen, doch wollte ich jetzt nicht anhalten, zumal ich meine Trinkflaschen aufgefüllt und noch einen Riegel in der Tasche hatte. Ich merkte mir aber das Cafe, da ich auf einer anderen Tour noch aus der anderen Richtung in ein paar Tagen vorbeikommen sollte. Es stand jetzt noch ein letzter Anstieg hinauf zum Col de Vence der Schlussabfahrt im Wege. Von dieser Seite war es der deutlich kürzere Anstieg hinauf, aber ich hatte meine Höhenmeter ja schon vorher gemacht und konnte den Pass so trotzdem in mein Palmares aufnehmen. Von hier oben hatte ich einen super Blick hinunter nach Nizza und auf das Mittelmeer!
Wieder in Cagne-sur-Mer angekommen machte ich noch ein finales Foto und besorgte mir ein leckeres Zitronentörtchen, welches ich mit einem Kaffee entspannt auf meinem Balkon zu mir nahm. So hatte ich meine zweite Fahrt beendet und dabei bei knapp 130 Kilometern über 2300 hm bewältigt.









