Slowenien 2026 - Tag 5 - Mangrt
Franks Knie war immer noch nicht gut und er entschied einen weiteren Ruhetag einzulegen. Dies bedeutete, dass nur Fayek und ich den Anstieg hoch zum Matajur angehen würden. Die Tour insgesamt war unsere kürzeste für diese Woche, dafür ging es 25 Kilometer bergauf und 25 Kilometer bergab. Bei dieser Tour wollten wir auch die 2000m Marke knacken.
Wir hatten im Vorfeld diskutiert, ob wirklich bis ganz nach oben fahren würden, da die letzten 3 Kilometer offiziell gesperrt waren, da es vor ein paar Jahren einen Erdrutsch gegeben hatte und dieser die Straße beschädigt hatte. Via Strava hatte ich herausgefunden, dass in der letzten Woche ca. 100 Radler den Anstieg voll genommen hatten und so konnte ich Fayek überzeugen es sich zumindest anzuschauen. So gingen wir den Anstieg bei gutem Wetter an. Naxh unserer Erfahrung gestern am Matajur hatten wir auch Windjacken eingepackt, da wir erwarteten, dass es am Gipfel doch eher kühl sein würde. Die ersten Kilometer hinter Bovec rollten wir gemeinsam und erreichten unseren ersten Brunnenstopp. Ab dort wurde die Straße steiler und jeder fuhr sein Tempo. So zog ich langsam davon. Wieder war die Straße steiler als ich es aus 2015 in Erinnerung hatte, aber durch unsere Befahrung vor 3 Tagen wusste ich ja, was auf mich zu kam. In gleichmäßigem Tempo ging es weiter und ich genoss die Landschaft. Dann war auch schon der Abzweig zum Mangrt da. Unten standen einige Autos und Motorräder, die sich wohl uneins waren, ob sie die Auffahrtgebühr lohnenswert war. Mir war es nur Recht, denn so waren weniger Fahrzuge auf der Strecke unterwegs. Ich schaute mich nochmal um, ob ich Fayek schon kommen sah, doch hatte er am zweiten Brunnen einen weiteren Stopp eingelegt und so hatte ich mehr Vorsprung, als ich dachte. Nach einem kurzen Waldabschnitt kam auch die lange steile Gerade, an die ich mich gut erinnerte. Hier war es bis zu 15% steil und erneut war ich sehr froh, dass ich die Kompaktkurbel angebaut hatte und so halbwegs einen runden Tritt halten konnte. Weiter ging es über mehrere Kehren durch den Wald. Jetzt hatte ich einen weiteren Brunnenstopp eingeplant, doch war dieser bei einer Gaststätte, die nur über einen Schotterweg zu erreichen war. So entschied ich mich dagegen und fuhr weiter. Zu gleichen Zeit kam auch die Mautschranke für Autos und Motorräder. Als Radler durfte man kostenfrei weiterfahren. Ich konnte mich nicht daran erinnern, dass es damals diese schon gegeben hatte, doch Urte meinte später, dass sie damals auch schon eine Gebühr gezahlt hatte. SO ging es weiter durch den Wald und immer wieder konnte ich zwischen den Bäumen hindurch die Gipfel vor mir erblicken. Die Straße wand sich in mehr oder minder gleichmäßiger Steigung immer weiter den Berg hoch. Es kamen auch diverse Naturtunnel, die doch recht dunkel und vor allem ziemlich kalt waren. Ich war froh mein Licht mitgenommen zu haben und schaltete dieses auch ein.
Dann wich der Wald zurück und ich konnte weiter oben bereits die Stelle sehen, wo die Weiterfahrt gesperrt war, da ich dort reichlich Autos am Hang parken sah. Bis dahin war es noch etwas. Ein wenig vor mir sah ich einen anderen Radfahrer, es war der Erste, den ich bei meiner Auffahrt, zumindest berghoch, gesehen hatte. Er schien mir etwas langsamer als ich zu sein und so wollte ich ihn doch noch einholen. Es kam ein Tunnel, hinter dem ein kurzes Stück Natursteinstraße war. Diese war sehr holprig und brach den Rhythmus ziemlich, glücklicherweise war er nur 20-30m lang. Nach und nach arbeitete ich mich an ihn ran und konnte ihn auch überholen. Er schien kurz an mir dranbeleiben zu wollen, musste dann aber reißen lassen. Dann stand ich vor der Schranke. Da ich auf quäldich eine Diskussion zu dieser Sperrung mitverfolgt hatte, machte ich noch ein Foto, welches ich später dort einstellen wollte. Ich ließ mich aber nicht lange aufhalten und schob mein Rad an ihr vorbei. Der andere Radler nutzte diesen Moment, huschte unter der Schranke durch und war dadurch wieder an mir vorbei. Doch konnte ich die Lücke schließen und erneut an ihm vorbeifahren. Die schmale Stelle war mit dem Rad gut zu befahren, man musste nur schauen, dass nicht gerade jemand von oben angerauscht kam, denn für zwei Radler war es doch zu schmal. Jetzt sah ich noch mehrere Radler vor mir, die sehr langsam unterwegs waren. Also hieß es nochmal anstrengen und bis zum Gipfel diese einzuholen. Die letzten beiden Abschnitte lagen sehr offen, doch half etwas der Rückenwind und es wurde deutlich flacher als es von unten aussah. So erreichte ich die höchste Stelle. Mein Rad schloss ich n einem Zaun und setzte mich etwas weiter unten so hin, dass ich sehen konnte, wenn Fayek den letzten Kilometer in Angriff nahm. Es war erstaunlich wärmer hier oben, als gestern am Matajur und ich benötigte die Windjacke gar nicht. Die Aussicht war grandios. Immer wieder sah ich andere Radler den Berg hochkommen, doch war es noch nicht Fayek. Dann kam auch er und wir beglückwünschten uns den Anstieg bewältigt zu haben. Einen kleinen Weg gingen wir noch hoch und dann konnten wir einen fantastischen Blick auf die Rückseite des Berges werfen. Es ging sehr steil runter und man sah zwei Seen dort unten. Zwei Wandrerinnen machten von uns ein paar Gipfelfotos, dann ging es wieder den Berg runter. Locker ließen wir es rollen und kamen nahezu gemeinsam am Abzweig an. Ich machte den Vorschlag noch den kleinen Restanstieg zum Pass des Predil zu nehmen und Fayek stimmte zu. Oben gab es ja ein kleines Restaurant und wir stärkten uns mit einem Toast und einem alkoholfreien Bier. Der Toast war leider nicht annähernd so gut, wie der, den wir vor zwei tagen genossen hatten. Dann ging es wieder hinunter nach Bovec. In meiner nachträglichen Analyse durfte ich feststellen, dass ich wie am Matajur, erneut schneller als vor 11 Jahren gewesen war. Dieses freute mich natürlich 😉.









