Slowenien 2026 - Tag 2 - Predil und Vrsic
Heute ging es auf eine Runde, die ich mir damals vor 11 Jahren nicht zugetraut hatte. Wir wollten über den Predil Pass nach Italien und dann von Norden über den Vrsic Pass fahren. Ich hatte im Vorfeld überlegt, ob wir die Runde entgegen oder mit dem Uhrzeigersinn machen. Auf der Nordseite des Vrsic Passes waren die Kehren mit Kopfsteinpflaster und Fayek und Frank wollten dieses lieber bergauf, als bergab machen. SO ging es zuerst über den Predil Pass. Zu Beginn war die Steigung noch sehr moderat und wir kamen gut voran. Dann zog die Steigung aber merklich an und hatte in der Spitze 13,5 %. Ich hatte den Pass gar nicht so schwer in Erinnerung, doch mussten wir ordentlich reintreten, um nach oben zu kommen. Die Ausblicke auf die Berge entschädigte aber für vieles. Den ein oder anderen Radler konnte ich sogar überholen, allerdings waren diese auch mit Gepäck unterwegs gewesen. Von Fayek setzte ich mich ein wenig ab. Ich hatte auch im Hinterkopf immer etwas das Ziel schneller als vor 11 Jahren zu sein. Dann waren wir alle drei oben und stürzten uns in die Abfahrt. Die Straße war breit und glatt, so rollte es sehr gut. Weiter ging es auf abfallendem Terrain in Richtung Tarvisio. So konnten wir recht leicht viele Kilometer hinter uns bringen. In Tarvisio füllten wir unsere Flaschen auf und weiter ging es. Der Ort wirkte sehr verschlafen, es war halt Montagvormittag… Kurz nach dem Ort bogen wir von der Straße ab und nutzen den Alpe Adria Trail Dieses ist ein super Radweg, der über mehrere hundert Kilometer zwischen Slowenien, Italien und Österreich entlang der Berge führt. Dort waren auch deutlich mehr Radtouristen unterwegs. Die Landschaft wechselte immer wieder zwischen bewaldetem Terrain und offene Flächen, wodurch die Fahrt sehr kurzweilig war. Jetzt stand ein kleiner Abstecher von der Route an. Es sollte nach Planica zu der großen Skiflugschanze gehen. Hier kamen uns diverse Radgruppen entgegen und an die Schanzen war auch einiges los. Die große Flugschanze war schon wirklich beeindruckend. Überrascht waren wir alle drei, wie kurz doch der Auslauf an den Schanzen war. Im Fernsehen sahen diese immer viel länger aus. Nach einigen Fotos ging es dann weiter. Eigentlich war eine Pause in Kranska Gora eingeplant, doch war am Alpe Adria Trail eine nette Hütte und wir entschlossen uns kurzfristig unseren Stopp hierhin zu verlegen. Die Verpflegung war zwar nur mittelmäßig, aber ok. Nach der Pause ging es weiter und hinter Kranska Gora stand der große Anstieg hinauf auf den Vrsic Pass an. Ich kannte diesen Berg nur von der anderen Seite und war durchaus gespannt, was uns erwarten würde. Am Fuße des Bergs musste ich noch einen kurzen Stopp einlegen, da meine Blase drückte. Fayek und Frank fuhren bereits weiter, da ich sie sicherlich im Laufe des Anstiegs einholen würde. Ich war gerade soweit wieder loszufahren, als ein anderer recht drahtiger Fahrer vorbeifuhr. Ich fuhr hinterher und war der Meinung es mit ihm aufnehmen zu können. Stück für Stück fuhr ich an ihn heran und blieb erst mal dran. Ich fragte ihn, ob es ok wäre mich in seinen Schatten zu setzen und er war einverstanden. Er informierte mich dann ach, dass er gerade aus Graz käme und bereits 250 Kilometer in den Beinen hätte. Da war ich natürlich recht beeindruckt. So überholten wir gemeinsam Frank und dann Fayek und fuhren immer weiter. Ganz konnte ich ihm dann doch nicht folgen und er setze sich ca. 50 – 100m ab. Dieser Abstand blieb eine Weile. Der Anstieg war dabei recht unrhythmisch und die Kopfsteinpflasterkehren brachten mich doch immer wieder aus dem Tritt. In diesen steilen Passagen konnte ich aber aufgrund meiner kleineren Übersetzung wieder aufschließen und er begrüßte mich mit den Worten „Da bist Du ja wieder“. Jetzt war mein Ehrgeiz doch angestachelt und ich überholte ihn. Er blieb aber dran und noch schnelle konnte ich dann doch nicht fahren. In einer Kurve überholten wir ein paar andere Radler mit Gepäck und als wir am Kurvenausgang runter schalteten und beschleunigten stöhnten sie nur… Doch nach weiteren 1-2 Kilometern merkte ich, dass er etwas zurückfiel. Dieses gab mir die extra Portion Kraft und ich erhöhte doch nochmal etwas das Tempo. Jetzt fuhr ich aber auch am Limit. Doh so konnte ich mich immer weiter absetzen und ich vermutete, dass er jetzt auch etwas rausnahm. Dann war ich am Pass. Hier kam der Wind nochmal von vorne und die letzten 100m waren fast nur noch reiner Wille. Sehr zufrieden aber mit schlappen Beinen hielt ich an. Mein Mitstreiter kam 1-2 Minuten nach mir und beglückwünschte mich zu meiner Leistung. Er erzählte mir noch, dass er auf dem Weg nach Triest war und anschließend zurück nach Graz fahren wollte. Die Runde, die er nonstop fahren wollte, hätte damit an die 450 Km. Nachja, jeder hat so seine Hobbies. Er verabschiedete sich und fuhr weiter, während ich auf Fayek und Frank wartete. Nach einiger Zit kamen die beiden und beide hatten den Pass ohne Absteigen bezwungen, was bei Rampen von bis zu 19% eine echte Leistung war. Ich selbst war durch meine kleine Battle so im Tunnel gefahren, dass ich davon gar nicht so viel mitbekommen hatte. Wir machten am Pass noch einige Fotos. Dann ging es in die lange Abfahrt. Bis auf eine kleine Welle stand unserem Ziel auch kein Anstieg mehr im Weg.
Die Abfahrt war durchaus technisch, da sie mit vielen Haarnadelkurven gespickt war, doch machte sie auch viel Freude. Dann hatten wir den steileren Part hinter uns gelassen und mit leicht abfallendem Gelände ging es Bovec entgegen. Leider fielen die ersten Regentropfen und wir fürchteten richtig nass zu werden. Ich drückte vorne aufs Tempo und so erreichten wir die Wohnung. Kaum waren wir angekommen machte der Himmel die Schleusen auf und es gewitterte ordentlich. Da hatten wir doch Glück gehabt! Der Regen hielt aber nur kurze Zeit an. Unser Abendessen genossen wir in einem Burgerladen auf der Terrasse, der aber mit Verspätung geöffnet hatte, da seine Küche durch das Gewitter vollgelaufen war und sie erst einmal sauber machen mussten. Während unseres Essens begann es erneut zu regnen, doch waren wir durch eine Markiese halbwegs geschützt. Glücklicherweise war es auch jetzt nur ein kurzer Schauer und wir kamen mit einem Eis auf die Faust wieder trocken zurück in die Wohnung. Dort widmeten wir uns wieder den Profis ei der Tour









