Slowenien 2026 - Tag 1 - Italien die Erste

Nach einem guten Frühstück sollte es heute auf die erste Tour gehen. Es ging gleich zu Beginn der Tour auf einem Radweg entlang der Soca. Die Temperaturen waren noch gemäßigt, doch wurde uns recht schnell warm. Wir kamen über eine kleine Brücke zurück auf die Hauptstraße, dann ging es bei Zaga in den ersten Anstieg. Es sollte rund 5 Kilometer bergauf gehen, doch recht gleichmäßig. Die Straße war schmal und führte durch den Wald und war sehr gut zu fahren. Es gab dabei auch sehr wenig Verkehr. Ich schlug ein etwas moderates Tempo an. Da unsere Beine noch frisch waren, konnten wir den Anstieg regelrecht genießen. Nach einer Abfahrt und der Grenzüberquerung nach Italien ging es erneut bergan. Die Straße war weiterhin schmal und führte durch einen Wald, sodass wir nicht Gefahr liefen gleich zu überhitzen. Ich zog das Tempo diesmal mehr an, Fayek hing sich erstmal dran, während Frank sein Tempo anschlug und uns ziehen ließ.    Meine Blase drückte und ich ließ die beiden vorbeifahren, um kurz anzuhalten. Um den Rückstand aufzuholen, benötigte ich dann doch 2 Kilometer, obwohl ich ordentlich in die Pedale trat. Doch konnte ich mich vor dem Pass noch etwas absetzen und kam als erster an. Die dann folgende Abfahrt war mit Serpentinen gespickt und richtig steil. So war ich sehr froh meine Entscheidung in dieser Richtung unterwegs zu sein, da ich selbst nicht wirklich diesen Anstieg hochfahren wollte und es erst recht nicht Frank und Fayek anzutun. Nachdem wir eine Weile eher gemäßigt bergan gefahren, stand erneut ein richtig langer und auch steiler Berg an. Da auf der Strecke diverse andere Radler unterwegs waren fühlte ich mich direkt angespornt in den Angriffsmodus zu gehen. Ich sah eine kleine Gruppe von Radlern vor mir, die bereits von einem andren Radler aufgefahren wurden und ich wollte zu diesem Radler aufschließen. Dieses gelang mir auch und ich fuhr an ihm vorbei. Er hängte sich an mich dran und gemeinsam ging es weiter bergan. Es kam eine steile Stelle mit ca. 12% und ich wollte es wie die Profis machen und erhöhte den Druck. Der Garmin zeigte knapp 400Watt an und ich war sehr froh die 11Übersetzung zu haben. Dadurch konnte ich mit deutlich höherer Trittfrequenz fahren. Hinter mir hörte ich, wie mein „Gegner“ nicht mehr mitkam. So hieß es noch ein wenig den Druck hochzuhalten, um den Abstand zu haben. Dann nahm auch ich etwas raus, doch hatte ich seinen Willen gebrochen und setzte mich immer mehr ab. Ich kam am geplanten Pausenstop vorbei, doch war der Anstieg noch nicht zu Ende und ich entschied, dass ich erst den Anstieg zu Ende fahren wollte. Der letzte Kilometer zog sich noch etwas, aber dann war ich oben. Ich fuhr wieder zum Verpflegungspunkt und wartete auf Frank und Fayek. Positiv überrascht war ich, als mein Gegner jetzt erst dort ankam. Ich hatte ihm also mehrere Minuten abgenommen. Kurz danach kam Fayek, der auch den Rest bis zum Pass fuhr und gemeinsam warteten wir auf Frank. Er kam mit zwei jungen Italienerinnen an, die wir unten am Anstieg gesehen hatten. Er war den Großteil des Anstiegs mit ihnen hochgefahren. Wir machten eine ausgiebige Pause unterhielten uns mit meinem Gegner und seiner Frau, die ebenfalls den Berg gefahren war. Dann ging es leicht bergab zu unserem letzten Anstieg des Tages. Wir fuhren den Passo Predil hinauf, genau auf der Straße, auf der wir am Samstag angekommen waren. So wussten wir schon ungefähr was uns erwartet. Der Verkehr war glücklicherweise geringer als erwartet und auch nicht so steil. Dann ging es den Predil hinunter. Unterwegs sah ich auch den Abzweig zum Mangrt, wo wir die Tage vielleicht auch noch hochwollten. Eine kleine Gegensteigung war noch zu bewältigen und rollten wir Bovec entgegen. Zufrieden und gesund hatten wir so unsere erste Etappe hinter uns gebracht. Am Ende kam sogar noch etwas Regen und wir drückten ordentlich aufs Tempo, um halbwegs trocken an der Wohnung anzukommen. Dieses schafften wir und waren sehr froh, denn nur kurze Zeit später öffnete der Himmel seine Schleusen und es regnete so richtig. Allerdings war dieser Regen auch nach rund 30min wieder vorbei. Den Abend gingen wir essen und es begann erneut zu regnen, zwar heftig doch erneut nur kurz. Ein Eis auf die Faust zum Schluss, dann hieß es wieder mit der Tour de France den Tag zu beenden.