Bike Packing 2025 - Tag 2 - Hasselfelde - Barby
Ich hatte gut geschlafen und freute mich schon auf den Kaffee zum Frühstück. Hunger hatte ich nicht wirklich, da ich doch noch ziemlich satt von gestern war. Doch ein Brötchen wollte ich zumindest essen und das hingestellte Ei nahm ich auch gerne an. Die Sonne kam auch ein bisschen zum Vorschein und um kurz nach 9 Uhr saß ich wieder auf dem Rad.
Im Gegensatz zu gestern schaltete ich die Livetrack Funktion am Garmin direkt an und so Carsten mich wieder live verfolgen. Am Vortag hatte ich dieses erst auf Nachfrage gemacht, da ich daran auch gar nicht gedacht hatte. Seine Kommentare zwischendurch waren aber durchaus meiner Motivation förderlich! Schade dabei war nur, dass ich nicht über den Garmin auf diese Kommentare reagieren oder gar antworten konnte. So war es mehr eine einseitige Kommunikation, die ich trotzdem sehr gut fand.
Gedanklich ging ich die Strecke durch und machte mich auf die bevorstehenden Anstiege bereit. Die ersten 50 Kilometer sollte es dreimal hoch und direkt wieder runter gehen. Ich hatte die ursprüngliche Strecke noch verlängert, da ich doch noch ein paar der Anstiege aus quäldich mitnehmen wollte, schließlich kamen wir nicht allzu oft so weit in den Südharz.
Die Fahrt war sehr abwechslungsreich und es gab immer wieder etwas zu schauen, so verging die Fahrt recht schnell. Die Anstiege klappten gut und oben am Hexentanzplatz kam sogar kurz die Sonne heraus. Ich stellte fest, dass es hier im Südharz auch reichlich Möglichkeiten gab Höhenmeter zu sammeln und überlegte mir schon meinen Kumpels mal vorzuschlagen hier in dieser Gegend mal Station zu machen und nicht immer nur in Altenau. Zumal dieses Profil mehr unserem Alter entsprach nicht mehr ganz so herausfordernd war.
Dann hatte ich auch den letzten Anstieg zum Gartenhaus absolviert. Hier musste ein Foto gemacht werden, schließlich war es dieser Anstieg, der ich zu der gesamten Tour bewogen hatte, da er der letzte Anstieg war, der mir noch in meiner Sammlung zum Abzeichen für die Anstiege im Harz bei quäldich gefehlt hatte.
Dann ging es in Richtung Barby und ich verließ den Harz. Die Strecken wurden etwas langweiliger, da es meist nur geradeaus ging, dafür immer noch leicht abfallend und so konnte ich bei angenehmem Rückenwind gut Fahrt machen. Es wurde auch etwas wärmer und da es weniger Höhenmeter als am Tag davor waren fühlte ich mich auch noch recht gut.
Bei Kilometer 40 kam dann doch ein etwas unschönes Stück. Es gab keinen Radweg und obwohl es eine kleine Kreisstraße war, war diese stark befahren, insbesondere von vielen Lastern. Gerade, die die mir entgegen kam schoben oft eine große Windwelle vor sich her und ich musste meinen Lenker immer wieder gut festhalten. Nach einer knappen halben Stunde ging es dann glücklicherweise wieder auf ruhigeren Straßen weiter.
Zwischendurch kam ich auf den Saaleradweg, der mit gutem Asphalt direkt am Fluss entlang ging und entspanntes Radeln ermöglichte. Hier überholte ich auch noch eine Gruppe Tourenfahrer und dachte mir, dass ich in diesem Tempo nicht unterwegs sein wollte, da man da ja gar nicht vorankommen würde…
Nach ca. 100 Kilometern machte ich einen Stopp bei einem Supermarkt und genoss eine heiße Tasse Kakao und zwei Stück Kuchen. So gestärkt ging ich den restlichen Abschnitt an und fühle mich ganz wohl, wenn ich mir auch etwas mehr Sonne gewünscht hätte. Dafür blieb der Wind mir hold und schob mich weiterhin von hinten an.
Ca. 10 Kilometer vor dem Ziel überkam mich sogar der Gedanke direkt nach Berlin durchzufahren. Ich kalkulierte die Zeit, die ich noch brauchen würde und ob meine Kraft dafür reichen würde. Doch am Ende gab die Unsicherheit, ob meine Lampen so lange durchhalten würden, den Ausschlag und ich steuerte meinen zweiten Stopp in Barby an.
Immerhin war ich an diesem Tag über 150 Kilometer mit über 1600 Höhenmetern gefahren. Sonst hätte ich vor einer solchen Strecke Respekt gehabt, aber inzwischen wusste ich, dass ich mit meiner Form dieses gut fahren konnte.
Das Hotel war recht nett, ich konnte mein Rad sicher in einem Raum unterbringen und benötigte so meine mitgenommene Fahrradgarage gar nicht. Das Zimmer war recht klein, hatte aber alles, was es brauchte. Auf der Heizung konnte ich meine Sachen ein wenig trocknen. Da ich keine Lust hatte alleine im Restaurant zu sitzen, entschloss ich mich dasselbe Prozedere wie am Vortag durchzuführen. Ich machte einen kleinen Spaziergang zum nächsten Supermarkt und versorgte mich mit Fanta und Snacks. Anschließend ging ich noch zur nächsten Dönerbude, wo ich eigentlich eine Pizza mitnehmen wollte. Doch die Schlange war so lang, dass ich mich beim Warten entschied, doch erneut einen Döner zu nehmen, um nicht noch länger warten zu müssen. Wenigstens entschied ich mich für ein Dürüm, um eine kleine Abwechslung zu haben.
Zurück auf dem Zimmer musste ich feststellen, dass das Erste Programm nicht verfügbar war, dabei hatte ich mich doch auf das Fußballspiel Deutschland vs. Luxemburg gefreut. Alle Versuche das Programm doch zu aktivieren scheiterten. Am Ende schaute ich das Spiel auf dem Handy. Müde und ziemlich satt ging ich dann ins Bett. Ich hatte für den nächsten Morgen reichlich Zeit, da es Frühstück erst am 08:30 Uhr geben sollte
















