Meran 2013 - Tag 4 - Brezer Joch & Gampen Pass

Auf unserem heutigen Tourenplan stand im Gegensatz zu den anderen Tagen eine Fahrt über mehrere Berge an. Es war mehr eine Rundfahrt als auf derselben Strecke hin und zurück zu fahren. Es ging in den Süden in das Ultental. Da die Strecke von unserer Unterkunft aus uns doch zu lang war einigten wir uns ein Stück mit dem Auto zu fahren. Wir fanden an einer Vinothek einen schönen großen Parkplatz und machten uns bereit für die Rundfahrt. Bald nach dem start bogen wir auf eine kleine Seitenstrasse ab, die sehr steil nach oben ging. Dabei führte ich die Gruppe durch eine kleine Missinterpretation der Strecke auch noch in die falsche Richtung, so dass ein Teil des steilen Anstiegs auch noch doppelt gefahren werden musste.  Es gab einen wunderschönen Blick in das Tal und wir waren auf einer sehr verkehrsarmen Strasse unterwegs.

Fayek merkte man seine Krankheit an. Er quälte sich doch sehr in den Anstiegen, die er sonst locker genommen hätte. Bevor es in den zweiten Anstieg ging, entschied er schweren Herzens die Tour abzubrechen und sich irgendwo in der Nähe des Autos eine Kneipe zu suchen, in der er auf unsere Rückkehr warten konnte. Wir verabschiedeten ihn und wünschten ihm alles Gute. Vor dem anstehenden Anstieg machte wir einen Zwischenstopp in Ulten. Markus und Frank versorgten sich mit Wurst und Käse, ich war viel zu nervös um wirklich etwas zu essen und knabberte nur ein wenig an meinem Riegelvorrat. Der Passo Castrin war mit knapp 10 Kilometern und fast 10% im Schnitt der steilste Berg, den wir bisher gefahren hatten. Markus stürmte voran während Frank ich versuchten ihm zu folgen. Die Strecke selbst war ehr unspektakulär. Sie ist breit und nur mit wenigen Kurven versehen. Dafür war der Asphalt sehr gut. Zum Ende kamen zwei lange Tunnel, die Gott sei Dank, gut beleuchtet waren. Der Pass lag mitten im Tunnel, in dem es doch empfindlich kalt war. Auf der anderen Seite ging es über eine wunderbare Strasse in Richtung Brezer Joch. Am Fuß des Anstiegs starteten wir gemeinsam und entlang klassischen Almwiesen ging es in Richtung Pass. Bei Frank zeigte sich, dass sein Akku schon ziemlich leer war, doch er kämpfte er tapfer weiter, schließlich stand mit dem Gampenpass noch ein letzter Berg vor uns, bevor es nach Hause ging.

Dieser Berg war zwar nicht wirklich steil, doch zog er sich doch bis zum Pass, der leider keine Möglichkeit einer Einkehr oder Verpflegung bot. Nach einer kleinen Ruhepause ging es in die Abfahrt nach Meran. Von der anderen Seite des Tal zog es sehr dunkel auf und der ein oder andere Blitz war bereits zu sehen. 

Leider verfuhr ich mich erneut, so dass wir plötzlich in einem Stadtteil von Meran landeten, den wir vorher nicht durchfahren waren. Dort traf uns das heran rollende Gewitter voll traf. Die Blitze zuckten in unserer Umgebung und wir suchten vor dem prasselnden Regen Unterschlupf an einer Bushaltestelle. Nachdem der Regen weitgehend aufgehört hatte machten wir uns wieder auf den Weg zum Auto. Wir versuchten zwischendurch Fayek zu erreichen, der in einer Kneipe nahe unseres Startorts auf unsere Rückkehr wartete.

Am Ende trafen wir gemeinsam an der Vinothek wieder zusammen. Dort „stellte“ uns der Vinothek Inhaber, der nicht wirklich erfreut war, dass wir kommentarlos unser Auto auf dem Parkplatz geparkt hatten. Doch merkte man deutlich, dass die Italiener Radfahrern gegenüber sehr viel freundlicher eingestellt war als in Deutschland. Nach ein paar Entschuldigungen und dem Versprechen noch ein paar Weinflaschen zu erwerben fuhren wir ungeschoren wieder von dannen. 

Fayek war am Abend doch sehr geknickt, da seine Krankheit nicht besser wurde und es nicht so aussah, als ob er noch einmal diese Tage auf das Rad steigen könnte.