Slowenien 2015 - Tag 4 - Monte Matajur

Während es die anderen Fahrten immer auf derselben Strecke zurück ging, auf der ich auch hin gefahren war, sollte es heute auf einen Rundkurs gehen. Zusätzlich ging es auch noch über die Grenze nach Italien. So ging es am Anfang schön entlang eines Flusses in Richtung Süden und kaum war ich über die Grenze war irgendwie auch das Flair ein anderes. Der Verkehr war sehr gering, so dass ich die Fahrt wirklich genießen konnte. Zwischendurch hatte ich eine kleine Abkürzung eingebaut, damit die Strecke nicht zu lang wurde. Diese hatte es aber ziemlich in sich , da ich eine Kuppe überwinden musste, mit einer durchschnittlichen Steigung von knapp 20%. Da der Weg auch noch durch den Wald führte, war ich sehr gespannt wie lange es bergauf gehen würde, doch glücklicherweise war es schnell wieder vorbei.

In der Auffahrt zum Monta Matajur kam ich auf eine abgesperrte Strecke. Allerdings war es mir nicht klar, ob es sich um eine Radsport- oder eine Motorsportveranstaltung handelte. Da ich auch nicht erkennen konnte ob die Veranstaltung just in diesem Moment oder an einem anderen Tag war, horchte ich immer wieder auf verdächtige Motorengeräusche. Es ging über viele Serpentinen durch einen Wald hinauf.

So kam ich schließlich wohlbehalten aus dem Wald in einem kleinen Ort und konnte dort noch eine Hochzeit betrachten. Es schien als ob der gesamte Ort feiern würde, da überall geschmückt war. Es folgte ein Schild, auf dem der Abzweig zum Gipfel angekündigt wurde. Ich überlegte, ob ich mir dieses „antun“ sollte sollte, da es knapp 4 Kilometer mit durchschnittlich 9,7 % bergauf gehen sollte. Am Ende siegte mein Ehrgeiz, denn wenn ich schon hier war wollte ich auch den Gipfel bezwingen. Das untere Stück stellte sich als noch steiler heraus und ich konnte es nur dadurch bewältigen, dass ich im stehen fuhr.  Oben gab es nicht einmal ein Gipfelschild, doch konnte ich dafür fast bis ans Mittelmeer schauen, da südlich von mir nur die Po-Ebene lag.

Die Abfahrt ging teilweise über nagelneuen Asphalt. Ein weitere Gegenanstieg brachte mich wieder nach Slowenien. Kaum war ich über die Grenze war leider auch  der Belag wieder schlechter. Die Abfahrt hinunter nach Kobarid war mehr als steil und ich war sehr froh die Runde nicht in umgekehrter Richtung gefahren zu sein. Alles in allem war es die schönste Fahrt von allen vieren, da sie fast vollständig über wenig befahrene Strecken ging.

Kleiner Nachtrag im Mai 2016:

Wie ich heute überraschend festgestellt habe, ging eine Etappe des diesjährigen Giro d’Italia auch über diesen Berg und die Profis sind sogar dieselbe Strecke hinauf zum Matajur gefahren wie ich, doch etwas früher abgebogen… Dafür haben sie im Anschluss aber noch ein paar Berge genommen. Trotzdem fand ich es sehr schön die Strecke nochmal im Fernsehen zu sehen und erneut konnte ich feststellen, dass diese Ecke wunderschöne Strecken zum Radfahren bietet