Mont Ventoux 2017 - Tag 2 - Mt Ventoux via Bedoin
Heute sollte es auf den Mont Ventoux gehen…
Alle hatten die erste Nacht erholsam geschlafen, die Stimmung war gut, das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite und wir hatten am Morgen erneut ein schönes französisches Frühstück. So gingen Fayek, Casi und ich auf die Reise. Der Weg war leicht zu finden, da alle Radler irgendwie in Richtung Berg fuhren und ich die Auffahrt ja bereits aus meinen vielen Kellerfahrten kannte. Am Anfang waren wir noch zusammen, doch bald zogen Fayek und Casi davon. All mein Training nützte nichts… Meine Pfunde zerrten dann doch stärker an mir als gehofft. Auf der anderen Seite leisteten mir meine Leistungsmesspedalen gute Dienste und ich fand sehr schnell heraus, dass ich mit einer Dauerleistung von 230 – 240 Watt gut zurecht kam. Sobald ich mehr investierte ging der Puls in den roten Bereich und mir war klar, dass ich den Berg nicht hochkommen würde.
Die Bergübersetzung zahlte sich dann auch aus und ich konnte zu Casi wieder aufschließen, der mit seinem 28er Ritzel bei einer Trittfrequenz von unter 50 arg kämpfen musste. Fayek sah ich hin wieder gerade noch an einer Kurve verschwinden. Motivierend war bei der Fahrt durchaus, dass nur wenige Fahrer uns überholten, wir jedoch einige Gipfelaspiranten hinter uns lassen konnten. Allerdings vermuteten wir später, dass alle ambitionierteren Fahrer sicherlich früher losgefahren waren, um den hohen Temperaturen zu entgehen. Mit Regina, Julia und Mac hatten wir vereinbart, dass sie auf Höhe des Chalet Reynard stehen würden, um Fotos zu machen, Energiegels zu reichen und ggf Wasserflaschen aufzufüllen. Fayek hatte seinen Wasserverbrauch genau darauf abgestimmt und war total verwirrt als am vereinbarten Punkt niemand stand. Doch wir waren am Ende einfach schneller gewesen als gedacht. So blieb er stehen und machte eine kleine Pause. Da ich wusste, dass mir dieses gar nicht gut tun würde fuhr ich direkt weiter zumal ich auch noch Wasser in einer meiner Flaschen hatte. Casi kam dann genau am Chalet an, als der „Verpflegungsposten“ installiert war.
Die letzten 6 Kilometer waren nochmal sehr fordernd, doch hatten wir auch Glück! Der berüchtigte Wind am Ventoux blieb aus und erschwerte den Anstieg nicht noch zusätzlich.
So durfte ich von uns dreien als erster auf den Gipfel fahren, doch gebührte eigentlich Fayek dieser Sieg, da er mit Abstand der Stärkste von uns war. Schließlich kam er auch kurze Zeit später an. Casi brauchte noch etwas aufgrund der schweren Übersetzung. Doch am Ende klopften wir uns alle drei oben auf die Schultern und beglückwünschten uns zur erfolgreichen Gipfelauffahrt! Leider war Carsten beim Bergauffahren die Sonnenbrille unbemerkt vom Lenker gefallen, so dass wir den ersten Verlust zu verzeichnen hatten!
Die Abfahrt hinunter nach Malaucène machte mir viel Spaß, da die Straße breit mit langen Kurven war und man es richtig laufen lassen konnte. Hinter Malaucène gab es im Vergleich zum Mt.Ventoux noch eine kleine Erhebung, die sich Col de la Madeleine nannte, doch trieb mir diese den Puls wieder voll an den Anschlag…
Carsten zog aus seinem beschwerlichen Anstieg direkt die Konsequenzen und ließ sich im Radladen in Bedoin ein 30er Ritzel montieren. Glücklicherweise wurde hierfür kein neues Schaltwerk notwendig, wie zuerst befürchtet.
Am Haus wieder angekommen regenerierten wir im Pool mit Bierchen und genossen das provenzalische Flair, insbesondere da die anderen bereits eingekauft und das Abendessen vorbereitet hatten.



































































