Großarl 2020 - Tag 4 - Loosbühelalm Part 2
Da ich immer noch auf mein kleines Kettenblatt wartete hatte ich am gestrigen Tag Marten’s Freund Dominik überredet mit mir eine kleine Runde zu fahren. Immerhin hatten wir extra sein Mountainbike mitgenommen und ich wollte doch mal testen, ob er in der Lage wäre mit mir zu einer Alm zu fahren. So dachte ich mir einen kleinen Rundkurs durch den Ort aus, da dieser einen ordentlichen Anstieg von 12%-14% über eine Länge von ca. 300 m bot. So konnte ich mal testen, ob Dominik nicht nur einmal sondern auch mehrfach darüber kam. ER sprintete auch gleich im Flachen ordentlich los und gab in der ersten Runde am Hügel wirklich alles. Ich musste mich ordentlich strecken, um mit ihm mitzuhalten. In der zweiten Runde versuchte ich ihm zu erläutern etwas ruhiger zu fahren und einen runden Tritt zu suchen. Dieses ging so halbwegs. In der letzten Runde war er dann auch schon völlig platt und musste die letzten 50 m am Anstieg schieben. Diese Erfahrung zeige mir, dass er nicht in der Lage wäre zu irgendeiner der Almen hochzufahren. Er hatte von Berge fahren dann aber auch selbst die Nase voll und winkte immer nur ab, wenn ich den Vorschlag machte mal zusammen noch etwas zu radeln.
Während der Wanderung des heutigen Tages rief der Radladen an und meldete, dass mein Kettenblatt angekommen war. Ich fuhr also direkt nach der Wanderung dorthin und tauschte das Kettenblatt. Da ich sehr neugierig war, ob ich jetzt die Steigungen zur Loosbühlalm schaffen würde und auch noch genug Zeit bis zum Abendessen war schwang ich mich aufs Rad und fuhr ins Elmautal.
Insgesamt war ich überrascht wie viel 2 Zähne weniger am Kettenblatt ausmachten. Ich konnte im Elmautal in den meisten Fällen ein Ritzel kleiner fahren und hatte immer noch einen deutlichen runderen Tritt als vorher. Die steilen Passagen zu Beginn der Forststraße waren nicht wirklich einfach, doch machbar geworden und so kämpfte ich mich nach oben. An der letzten Welle vor der Alm hatte ich noch einmal ordentlich zu kämpfen, doch mit dem Ziel vor Augen schaffte ich es. Sichtlich stolz machte ich ein paar Fotos von meiner erfolgreichen Gipfelerstürmung. Aus dem Tal drohten allerdings dunkle Wolken und die ersten Regentropfen fielen auch schon. So schwang ich mich wieder aufs Rad und rollte hinunter.
Auf der Asphaltstraße angekommen erwischte mich der Regen aber dann doch voll. Ich war jedoch froh nicht mehr auf der Forststraße zu sein, da das wohl ein sehr dreckige Angelegenheit geworden wäre. Meine mitgenommene Regenjacke feierte mit Bravour ihre Einweihung und ich war sehr zufrieden mit ihr, wenn ich auch zwischendurch recht kalte Finger bekam. Trotz aller positiver Erfahrung mit dem neuen Kettenblatt war mir klar, dass die Auffahrt zur Aualm in diesem Jahr nicht in Frage kam, denn die würde ich selbst mit dieser Übersetzung nicht schaffen



