Großarl 2020 - Tag 2 - Bichlalm

Heute stand die Hausrunde hinauf zur Bichlalm an. Obwohl ich nicht so der Freund von ganz frühen Fahrten bin und im Allgemeinen auch etwas Zeit brauche, bis mein Körper so richtig in Schwung kommt, fand ich es immer wieder erstaunlich wie gut ich mit diesen Bedingungen hier im Großarltal zurecht gekommen bin. 

Im unteren Bereich des Anstiegs, als es noch über die Strasse ins Elmautal ging, ließ es sich noch gut fahren. ich konnte auch bereits die Sonne über die Gipfel streichen sehen, auch wenn sie ihre Strahlen noch nicht runter ins Tal schickte. Beim Abzweig in Richtung Bichlalm merkte ich bereits, dass die vorhandene Übersetzung doch grenzwertig sein würde. Ich machte mir bereits erste Gedanken, wie es wohl sein würde wenn der Untergrund nicht mehr so fest wäre. Überraschender Weise machte sich dort der niedrige Luftdruck super bemerkbar und ich hatte bald das Gefühl mehr Grip als auf der Strasse zu haben. 

Leider zogen dann aber auch die Steigungsprozente an und sehr schnell landete ich auf dem kleinsten Gang. Auch die fehlende Federgabel vermisste ich weniger als vorab befürchtet. Die Wege waren alles in Allem doch recht glatt und fest. Stück für Stück arbeitete ich mich nach oben. Zwischendurch fuhr ich auch richtig in der Sonne und genoss die wärmenden Strahlen auf meinem Rücken sehr. 

Ich hatte mir im Vorfeld die angedachten Strecken in Strava vorgeplant und auf meinen Radcomputer geladen. So konnte ich sehr gut sehen wie weit es noch nach oben war und welche Steigungen mir noch bevorstanden. Leder stimmten die Daten bzgl Steigung nicht so ganz mit der Realität überein, so dass die ein oder andere angezeigte Flachpassage nicht vorhanden war. Dafür rede ich mir immer ein, dass dieses vielleicht auch bei den besonders steilen Teilen zu meinem Vorteil gereichen würde. Erschöpft aber glücklich kam ich oben an der Alm an. Mir war nach dieser Auffahrt aber auch klar, dass ich mit dieser Übersetzung nicht hinauf zur Aualm kommen würde, da die Strecke dort länger, steiler und holpriger war. 

Man hatte wohl so früh noch nicht mit Besuchern gerechnet und es dauerte etwas bis ich den heiß ersehnten Kaffee in Empfang nehmen konnte. Auch war man recht beeindruckt, dass ich mit dem „Rennrad“ hochgekommen war und nicht mi einem Montainbike oder gar E-Bike.

Im Gegensatz zu meinen vorherigen Touren hier hatte ich diesmal ein trockenes Untershirt und meine Windjacke mit genommen. So konnte ich auch die Kleidung zwischendurch wechseln und mich auch besser aufwärmen. Der Blick hinunter ins Tal begeisterte mich wieder aufs Neue. Nach etwas Ruhe und diversen Bilder schwang ich mich wieder aufs Rad um hinunter zum Frühstück zu fahren. Auf der Abfahrt merkte ich dann doch den Unterschied zum Mountainbike. Der Lenker war deutlich unruhiger und das Bremsen auf dem Mountainbike ist den Bodenverhältnisse auch besser angepasst. Doch erlebte ich keine kritische Situation. Im unteren Bereich der Abfahrt stoppte ich nochmal um Fotos von den Straussen zu machen, die man ja nicht alle Tage zu Gesicht bekommt. Im Hotel wieder angekommen schaute ich mir erst einmal die Größe meines Kettenblatts an und checkte, ob es nicht die Möglichkeit gäbe, dieses durch ein kleineres zu ersetzen.