Touren 2021 - Rojen- und Langtauferer Tal

Nachdem wir am vorletzten Tag am Vormittag noch eine Wanderung gemacht hatten, schwang ich mich nochmal aufs Rennrad. Ich hatte in den Quäldich Beschreibungen vom Rojental gelesen, welches etwas abgelegen und sehr idyllisch sein sollte.  So machte ich mich wieder auf den Weg Richtung Italien und Reschensee. Den ersten Abschnitt kannte ich schon auswendig, da ich ihn bereits zum dritten Mal fuhr. Doch bog ich zu Beginn des Sees nicht auf den bereits bekannten Radweg ab sondern schwang mich auf der Straße in die Höhe.

Gleich die ersten Meter gingen richtig in die Beine. Die Steigung ließ auch die folgenden 4km nicht merklich nach und fiel nie unter 7,5 %. Ich spürte die Anstrengungen der letzten zwei Wochen einschließlich der vielen Wanderungen und fühlte mich auch nicht mehr wirklich frisch auf dem Rad. Die Straße selbst ging permanent durch den Wald, sodass ein Ausblick auf den Reschensee mir verwehrt blieb. Dafür kreuzte ich immer wieder den Sessellift, welcher die Mountainbike nach oben brachte. Zwischendurch sah ich auch den ein oder andren auf ihrem Trail im Wald gen Tal rasen. Der Anstieg öffnete sich dann in ein verhältnismäßig weites Tal und flachte auch deutlich ab, sodass ich gut durchatmen konnte. Von Verkehr war aber hier nichts zu merken. Gerade zwei Autos hatten mich verlauf der letzten 25 Minuten überholt. Jetzt bog die Straße aber wieder ab und zog merklich an. Der Tacho zeigte mir Steigungen von 12-15% und ich war wahrlich am Limit und bat alles auf, um nicht abzusteigen. Zu Hilfe kam mir da die Anzeige im Tacho, die mir sagte wie weit es noch im Anstieg war und so konnte ich mich immer wieder motivieren eine weitere Kehre zu nehmen. Ironischerweise heißt dieser Schlussanstieg „Schöneben“ bei Quäldich…

Dann stand ich plötzlich am Ausgang der Seilbahn und hatte den Eindruck in einer Sackgasse gelandet zu sein. Der Weg ging zwar weiter, sah aber sehr schlecht aus und mir kam auch eine Mountainbikerin entgegen. Doch zurück wollte ich nicht und laut Wegbeschreibung wäre die Abfahrt auch mit dem Rennrad zu meistern. Ich hoffte nur, dass mich hier kein Platten ereilte. Dann war auch plötzlich mit dem Asphalt Schluss und es ging auf grobem Schotter weiter. Ich richtete mich schon darauf ein, die gesamte Abfahrt mehr oder minder im Stehen zu fahren, um irgendwie die Reifen zu schonen. Doch nach ca. 2,5 Kilometern wurde der Schotter wieder durch Asphalt ersetzt und ich konnte auch den ein oder anderen Ausblick auf den Reschensee bewundern.

So landete ich am Ende des Stausees, überquerte diesen und jetzt ging es zurück auf der Hauptverkehrstrasse. Da noch genügend Zeit war und ich wusste, dass ich sobald keine Gelegenheit mehr bekommen würde nahm ich noch den Anstieg in das Langtauferer Tal in Angriff. Ich wusste, dass der Anstieg nicht allzu steil sein sollte und war guter  Hoffnung es in angemessener Zeit zu schaffen. Am Talschluss gab es Gott sei Dank noch einen Frischwasserspender, so konnte ich ordentlich trinken und meine Flachen auffüllen. Auf der Abfahrt wurde mir der Genuss etwas genommen, da ein etwas langsam fahrender Tourist ein entspanntes Fahren verhinderte. So ging ich dann zwischendurch noch mal in die Vollen und überholte das Auto. Dafür musste ich aber kurz nach Ende der Abfahrt Tribut zollen, denn mich ereilten richtige Krämpfe und ich musste für mehrere Minuten pausieren. Anschließend ging es langsam zurück, nicht ohne ein Foto von dem berühmten Kirchturm im Reschensee ein Foto zu machen. Die letzten zwei Wellen stand ich dann auch noch durch, zumal ich wie in den letzten Tagen auf dem Abschnitt Rückenwind hatte. Doch war ich so platt, dass ich mich in Nauders nochmal verfuhr und ein wenig durch den Ort irrte bis ich heil und zufrieden wieder am Hotel ankam.