Touren 2021 - Harz
Corona hatte in diesem Jahr erneut alle Pläne einer mehrtägigen gemeinsamen Radtour zunichte gemacht. Trotzdem wollte ich zumindest einmal ein paar Berge gefahren sein und so verabredete ich mich mit Carsten und wir schafften es auch einen gemeinsamen Tag zu finden, an dem wir beide Zeit hatten und das Wetter auch passte.
Da ich mir nicht ganz sicher war wie gut Casi’s Form war, plante ich eine Strecke, die uns die Möglichkeit gab zu entscheiden, ob wir den Brocken mitnehmen wollten oder nicht. Die Anfahrt begann gleich mit einem ersten Dämpfer, da ich kurz hinter Berlin geblitzt wurde…
Am Torfhaus kamen wir fast gleichzeitig an und freuten uns uns mal wieder sehen zu können. Nach einigem hin und her, ob man in lang oder doch in kurz fahren sollte, wählte ich die konservative Variante und fuhr in lang-lang während Carsten die kurze Hose wagte. Am Ende war seine Wahl doch die bessere, da es im Laufe des Tages doch noch recht schön wurde, wenn für Juni auch deutlich höhere Temperaturen hätten vorherrschen können.
So ging es in Richtung Braunlage los und wir mühten uns gleich die erste Steigung hinauf. Mit dem Wurmberg kam dann der erste große Anstieg. Ich kannte ihn ja schon aus den vorherigen Befahrungen, doch für Carsten war er ein Novum. Am Anfang waren wir noch zusammen unterwegs, aber Carsten musste an den steileren Passagen dann doch reißen lassen. Ich fand einen guten Tritt, brauchte aber auch alle meine Ritzel um den Anstieg zu bezwingen. Hier hatte Carsten die deutlich männlichere Variante, da er mit einem 28er Ritzel unterwegs war, während ich mit dem 30er Ritzel doch Vorteile hatte. Oben angekommen schaute ich immer mal, ob Carsten auch bis ganz nach oben fahren würde, da der letzte Abschnitt nur noch Schotterpiste war. Allzu lange brauchte ich aber gar nicht zu warten und er erreichte auch den Gipfel. Nach einer kleinen Rast ging es wieder hinunter und durch Braunlage. Hier machte ich jedoch einen Fehler und interpretierte die Streckenführung falsch. Anstatt geradeaus zu fahren bog ich ab und da es anschließend in eine längere Abfahrt ging wollten wir auch nicht mehr umkehren. Carsten’s Vorschlag durch das Siebertal zu fahren nahm ich bereitwillig auf, wenn ich auch nicht genau wusste wo er lang wollte. Doch wir fanden den Weg. Erst einmal ging es in Richtung Odertalsperre und dann wieder moderat aufwärts in Richtung St. Andreasberg. Den Abzweig in Siebertal fand ich dann. Anfangs war Carsten unsicher, ob wir die richtige Abzweigung genommen hatten. Ich war mir sicher und am Ende kamen wir an der richtigen Stelle heraus.
Jetzt ging es mit einer ordentlichen Abfahrt in Richtung Altenau. Im Ort angekommen machten wir eine Pause mit Kaffee und einem Stück Kuchen. Das Wetter war recht schön und wir schwätzten über alte Zeiten. Carsten meinte dann aber, dass er doch schon ziemlich platt sein und nach dem Anstieg zum Torfhaus auch genug hätte. Wir hatten allerdings erst gute 70km auf der Uhr und mir war es etwas zu wenig, insbesondere in Anbetracht der langen Anfahrt. So überlegte ich schon mal, was ich im Anschluss noch alleine fahren könnte.
Im unteren Abschnitt des Anstiegs zum Torfhaus fuhr Carsten noch vorne, doch dann war ich doch schneller. Ich fand auch einen sehr guten Tritt und fuhr am Ende eine meiner besten Zeiten. Carsten hatte deutlich mehr zu kämpfen und gab auch zu, dass er zwischendurch absteigen musste. Aber das haben wir ja alle schon mal erlebt. Nach einem Abschlußselfie machte Carsten sich auf den Heimweg und ich schwang mich wieder aufs Rad. Da ich eh ursprünglich das Kälbertal fahren wollte, fuhr ich den Anstieg wieder hinunter und machte mich an den erneuten Aufstieg zum Torfhaus über diese Variante. Alles in allem ging es gut und ich versuchte es auch etwas ruhiger angehen zu lassen. Zu sehr waren mir die Erfahrungen mit den Krämpfen aus dem letzten Jahr noch präsent. Oben am Torfhaus hatte ich immer noch Lust und von der Uhrzeit her war ich auch noch gut dran. Daher entschied ich mich nochmal runter nach Altenau zu rollen und erneut hochzufahren. Dieser letzte Anstieg ging mir aber dann doch ordentlich in die Beine und ich war deutlich langsamer, als noch vor gut 1 1/2 Stunden zuvor.
Damit wollte ich es dann auch bewenden lassen und fuhr zurück zum Auto. Die Fanta, die ich mir als zuckerhaltige Flüssigkeit mitgenommen hatte, schmeckt jetzt sehr gut. Ich hatte sie als Eisblock morgens ins Auto gelegt und sie war immer noch zu 3/4 gefroren. Zu guter Letzt gönnte ich mir noch ein eine Currywurst mit Pommes und genoss den Ausblick über den Harz. Die Heimfahrt verlief ereignislos und dank der Fanta hatte ich auch keine Krämpfe auf der Heimfahrt, sorgte aber mit einem kurzen Stopp auch für etwas Bewegung in den Beinen. Immerhin hatte ich am Ende gute 115 Kilometer 2140 Höhenmeter bewältigt.
Alles in allem war es eine schön Tour und ich würde sie gerne nochmal wiederholen, am liebsten mit der alten Radtruppe.














