2024 Schwarzwald Tag 2 - Kaiserstuhl
Bei meiner heutigen Tour hatte ich ein Novum. Bisher war ich immer direkt von meiner Unterkunft aus gestartet, doch heute ging es erst mit dem Auto zum Startpunkt. Der Weg wäre einfach zu weit gewesen, da hin und zurück nochmal ca. 80 Kilometer dazu gekommen wären. Bein Start war auf dem Parkplatz eines Freibads. Da dieses bereits geschlossen war, hatte ich den Parkplatz ganz für mich alleine. So konnte ich mich in Ruhe fertig machen und losrollen. Nach der harten Tour gestern, hatte ich für heute eine etwas leichtere Tour geplant. Es sollten nur so um die 100 km und 1300 hm werden.
Die ersten 20 Kilometer war reines einrollen. Ich passierte dabei sogar die Geburtsstadt von Jan Ullrich und konnte mir es nicht verkneifen, das Ortsschild zu fotografieren. Meine Blase drücke am heurigen Tag deutlich mehr als gestern und dann hatte ich plötzlich das Bedürfnis so richtig auf Toilette zu gehen. Natürlich hatte ich keine Taschentücher dabei, da ich so etwas noch nie erlebt hatte. Im nächsten Ort ging ich erst noch den Anstieg an, doch drehte ich um, da es keinen Sinn machte. Mir war klar, dass ich ohne Toilette niemals die gesamte Tour schaffen würde. Zurück im Ort, war glücklicherweise bereits ein Grieche geöffnet und ich fragte, ob ich auf die Toilette gehen könnte. Kein Problem, war die freundliche Antwort. Kurz Zeit später konnte ich sehr erleichtert wieder starten. Die Kellnerin und einige Gäste wünschten mir noch eine gute Fahrt und ich fuhr wieder los.
Es ging zwischen Weinfelder durch und da gerade Erntezeit war hing immer wieder der Geruch von leicht vergorenen Trauben in der Luft. Das Wetter war bedeckt und nicht allzu warm, aber es blieb die gesamte Tour trocken. Ich hatte mich wieder für mein kurzärmliges Gabba mit Ärmlingen und kurzer Hose entschieden. Erneut war dieses die richtige Wahl.
Dann ging es hinauf zum Texaspass. Er klingt deutlich beeindruckender, als er wirklich war. Auch wenn der Tacho zwischendurch immer wieder 12% und mehr anzeigte. Ursprünglich hieß dieser „Pass“ mal „Ums Eck“, dann wurde er bei einer Deutschlandtour befahren und umbenannt. Im unteren Abschnitt stieß ich noch auf eine Baustelle. Ich schaute, ob ich als Radfahrer nicht vorbeikommen würden und tatsächlich klappte es. Die Bauarbeiter waren sogar so hilfreich und räumten mir noch den Weg frei, damit ich gut durchkam, so etwas hatte ich noch nicht erlebt.
Dann hieß es den Pausenstopp anzusteuern. Da ich mir einen Supermarkt herausgesuchte hatte, gab es auch keine Bedenken er könnte heute geschlossen sein (so wie gestern am Brandenkopf). Ich nahm mir auch fest vor die Flaschen aufzufüllen, da ich nicht das gleiche Debakel, wie gestern erleiden wollte. So kaufte ich mir eine große Flasche Wasser und beim anhängigen Bäcker ein belegtes Brötchen und ein Teilchen. Es gab ein paar Stühle draußen und ich setzte mich entspannt zu einer Pause hin und beobachtete das Treiben auf dem Parkplatz. Dermaßen gestärkt ging es an die restliche Tour. Es waren ja nur noch knappe 40 Kilometer und nur zwei Anstiege. In der Planung waren beide leichter gekennzeichnet, als auf dem Hinweg, doch in meiner subjektiven Wahrnehmung fand ich die Rückseite vom Texaspass genauso schwer, wie den Hinweg. Oben angekommen verschnaufte ich kurz, dann ging es auf den Schlußabschnitt. Da ich jetzt mehrfach Gegenwind hatte, der durch entgegenkommende Fahrzeuge noch verstärkt wurde, waren diese letzten Kilometer anstrengender als erwartet.
Heute sah ich auch ein paar mehr Rennradfahrer. Als gestern, da waren es nur zwei gewesen. Insgesamt hatte ich jedoch mit deutlich mehr Radlern gerechnet. Selbst die Anzahl der eBikefahrer hielt sich in Grenzen. Meistens deutlich ältere Personen, oft zu zweit.
Kurz vor dem Ziel hatte ich knapp 96 Kilometer auf dem Tacho und fand es irgendwie doof unter 100 Kilometern gefahren zu sein. So drehte ich noch eine Runde durch den Ort, doch leider reichte es immer noch nicht, daher hängte ich eine zweite Runde dran und konnte dann zufrieden das Auto ansteuern. Den Rückweg berechnete mein Navi völlig anderes als den Hinweg, was ich nicht wirklich verstand, aber egal. Ich saß warm und trocken und nach ca. 50 Minuten Autofahrt war ich wieder an der Wohnung angekommen.












