Mallorca 2022 - Tag 1 - Cap Formentor

Unsere erste Tour sollte uns zum Cap Formentor führen. Zum einen, weil es eine sehr schöne Strecke ist und zum andern hatten wir diesen Weg schon sehr oft im Keller bei Rouvy abgefahren. Im Vorfeld hatte ich noch Mitteilungen darüber gefunden, dass die letzten fünf Kilometer aufgrund eines Erdrutsches und Straßenbaumaßnahmen gesperrt sei, doch wollten wir unser Glück versuchen und schauen, wie weit wir kommen konnten. Wir nullten unsere Computer, schauten dass wir alle die richtigen Tracks geladen hatten und dann ging es los.

Der erste Teil war schön flach entlang der Bucht von Alcudia und Polenca. Fred spielte hier auch gleich seine Stärke aus und fuhr ein ordentliches Tempo. In Port de Polenca fanden wir unseren Weg  auch dank des Rouvy Videos. So kam einem alles doch recht bekannt vor.  Am ersten Anstieg ging dann jeder in sein tempo über. Ich machte den Versuch mich etwas von Stefan zu lösen, aber viel war nicht drin. Trotz all dem Training ging der Berg direkt in die Beine. Fred musste uns etwas ziehen lassen, fiel aber nicht weit zurück. Im zweiten Teil des Anstieg hoch zum Aussichtsturm überholte mich dann Stefan. ich musste meinem Anfangstempo Tribut zollen und konnte ihm nicht folgen. Der Ausblick auf die Bucht von Polenca war überragend! Oben am Aussichtsturm gönnten wir uns erst eine kleine Pause,  dann kletterten wir zu Fuß die letzten Meter hoch zum Turm und stiegen auch noch hinauf. Zwei junge Damen, die ebenfalls oben waren machten von uns dreien noch einen schönen Schnappschuss.

Dann ging es wieder hinunter und weiter in Richtung Leuchtturm. Auf der Abfahrt konnte ich mich etwa absetzen. Hier machte sich bemerkbar, dass ich mit meinem eigenen Material unterwegs war, während Stefan und Fred den Bremsen ihrer Räder nicht so ganz vertrauten. Im nächsten Anstieg war Stefan aber auch direkt wieder dran. Dann kam es zum Halt an der abgesperrten Straße. Zum Leuchtturm waren es sicherlich noch 4-5 Kilometer. Wir sahen aber einige Radfahrer auf der abgesperrten Strecke und nach deren Aussage war die Straße sicher. So schulterten wir unsere Räder, trugen sie um die Absperrung herum  und befanden uns plötzlich auf einer autofreien Straße. Da machte das Fahren so richtig Spaß.  

Die letzten 50 Meter zum Leuchtturm waren dann doch unpassierbar,  da die Straße komplett aufgerissen war. Doch tat dieses der Fahrt keinen Abbruch. Unser ersten Etappenziel in dieser Woche somit erreicht. Es ging wieder zurück zur Tragepassage und dann wieder in den Anstieg zum Col de Creueta. Hier oben machten wir etwas Rast. Auf der dann kommenden Abfahrt machte ich Tempo. Stefan versuchte mir zu folgen kam aber in eine echt brenzlige Situation, da er nicht rechtzeitig Bremsen konnte und sich plötzlich zwischen Auto und Leitplanke wiederfand. Er stütze sich mit dem linken Knie regelrecht am fahren Auto ab, um nicht über die Leitplanke zu stürzen. Gott sei Dank ging alles gut und es war auch die einzige wirklich kritische Situation, die wir in unserem Urlaub hatte.

Jetzt ging es weiter nach Polenca, wo wir an einem Supermarkt halt machten, um unsere Wasserflaschen aufzufüllen. Hier zahlte sich die gute Infrastruktur der Insel aus, die Geschäfte hatten auch Sonntags geöffnet. Für den Rückweg hatte ich noch einen Abstecher zum Puig de Maria geplant. Gefunden hatte ich ihn bei quäldich.de und war sehr gespannt, was da auf uns wartete. Es wurde hart, sehr  hart! Die Steigung zog schnell auf über 10%  an und in den Haarnadelkurven mussten man sehr aufpassen, dass einem das Hinterrad nicht durchdrehte. Ich machte mir echt Sorgen, die Kurbel nicht mehr drehen zu können und dann unter Spannung nicht aus den Klickpedalen zu kommen. Doch es ging alles gut. Stefan drückte mit unbändiger Kraft den Berg hoch, während Fred und ich uns echt quälten. Nah der notwendigen Pause ging es wieder hinunter und hier waren aufgrund der Steilheit und den engen Kurven Steuerkünste und gute Bremsen gefragt. 

Die weitere Fahrt in Richtung Finca ließen wir es etwas ruhiger angehen, auch wenn an der ein oder anderen Welle natürlich ein gewisser Wettkampf einsetze. In Muro mussten wir uns mehrfach orientieren, um den richtigen Weg zu finden, da es aufgrund der vielen kleinen Einbahnstraßen nicht einfach war dem Navi zu folgen. Mehrfach mussten wir unsere Route korrigieren, da das Navi zu spät die Abzweigung meldete.

Am letzten kleinen Schlusshügel gaben wir nochmal alles, dann war die erste Runde geschafft. Wir holten uns das verdiente Siegerbier aus dem Kühlschrank und kühlten unsere ermatteten Beine im Pool ab.