2025 Schweiz - Tour 2 - Susten-Furka-Grimsel
Dies sollte meine große Tour sein, die ich auf jeden Fall fahren wollte. Drei große berge standen auf dem Programm, Susten, Furka und Grimsel. Ich freute mich auf eine epische Runde. Das Wetter machte mir doch etwas Sorgen, da immer wieder Regen angesagt war. Doch ließ ich mich nicht beirren und setzte mich früh morgens ins Auto. Schließlich musste ich erstmal 80 Kilometer zu meinem Startort fahren. Dort angekommen fing es auch direkt an etwas regnen. Glücklicherweise nicht viel und es hörte auch schnell wieder auf. Ich machte mich bereit und los ging es. Gleich im ersten kurzen Anstieg musste ich der vollen Blase Tribut zollen und eine kurze Pause einlegen. Andere Rad Fahrer sah ich noch keine. Jetzt wusste ich schon mal, was mich am Ende der Fahrt als letzten Anstieg noch erwarten würde. Die Wolken hingen leider recht tief und sonderlich warm war es auch nicht, aber ich sagte mir was solls, wird schon gut gehen. Dann stand auch schon den ersten Anstieg an. Es ging auf den Susten. 27 Kilometer bergauf und knapp 1600 Höhenmeter galt es zu bewältigen. Ich fand meinen Tritt und kurbelte mich weiter und weiter. Der Anstieg selbst war ein wenig unregelmäßig und forderte mich schon. Meine Beine hatten sich aber an die Belastung gewöhnt und so ging es immer weiter. Die Landschaft änderte sich immer wieder. Es waren aber auch viele Autos unterwegs, die die Passstraßen mit viel Schwung und röhrendem Motor in Angriff nahmen. Ich denke ich habe noch nie so viele teure Sportwagen gesehen wie an diesem Tag. Lustigerweise kamen auch diverse Mofafahrer an mir vorbei, die mit ihrem Zweitakter ziemlich viel Lärm machten, ordentlich stanken und bergauf auch nicht viel schneller waren als ich. Wenn auch zu schnell, als dass ich mich an sie hätte dranhängen können. Schließlich kam ich an der Passhöhe des Susten an. Sie bot zwar einen großen Parkplatz und ein Passschild, war aber ansonsten nicht sonderlich toll. So nahm ich nur einen Riegel zu mir. Es war auch recht frisch, obwohl ein wenig die Sonne schien- Ich wollte aber nicht erst kalt werden, zumal ich doch ziemlich durchgeschwitzt war und so machte mich dann auch schon auf den Weg bergab. Etwas enttäuscht war ich ob der Anzahl der Möglichkeiten meine Wasserflaschen wieder aufzufüllen. Während in jedem kleinen Dorf bisher ein Brunnen mit Trinkwasser existierte gab es hier nirgends eine Möglichkeit einfach mal die Flaschen aufzufüllen und erst in ein Restaurant zu gehen, ob dort auf der Toilette Wasser zu zapfen hatte ich keine Lust. Die Abfahrt selbst war anspruchsvoller als erwartet, a auch reichlich Verkehr herrschte und ich hatte gar nicht so viele Möglichkeiten die Landschaft zu bewundern. Doch hielt ich immer wieder mal an und machte Fotos, da der Blick über die Berge schon sehr beeindruckend war. Nach einiger Zeit wurde es auch etwas wärmer, da ich doch eine Menge Höhenmeter hinter mir gelassen hatte. So ging es Richtung Wassen. Dort suchte ich eine Verpflegungsstation, die ich auch etwas versteckt fand und bestellte mir eine heiße Schokolade. Leider gab es aus dem Hinterhof keinen schönen Blick, dafür saß ich windsgeschützt in der Sonne, konnte bequem auf Toilette gehen und meine Flaschen auffüllen. Gedanklich sollte es jetzt flach nach Andermatt gehen und ab da den nächsten Berg rauf. Doch die Realität hatte mir auf der Strecke von Wassen nach Andermatt rund 500 Höhenmeter in den Weg gelegt, so dass die Fahrt deutlich langsamer und anstrengender war, als erwartet. Schön war, dass ich jetzt richtig in der Sonne fuhr und mir wieder warm geworden war. Ich fuhr parallel zur Autobahn auf einer kleineren ruhigen Straße und konnte so die Einfahrt in den Gottharttunnel sehen, auf dem ziemlich viel Verkehr war. Desweitern hatten die Straßenplaner einen Radweg auf die Galerie der Straße gelegt und so fuhr ich komplett autofrei ein schönes Stück lang. In Andermatt spinnte mein Radcomputer ein wenig und da ich auf dem Radweg geblieben war, war ich auch ruckzuck falsch abgebogen. Ich benötigte etwas wieder den richtigen Weg zu finden, da mir die Orientierung auch fehlte und ich keine Straßenschilder fand, die mir klar den Weg aufzeigten.
Doch dann war ich wieder auf der geplanten Strecke. Jetzt ging es tatsächlich eher flach voran, dazu hatte ich auch noch Rückenwind, worüber ich sehr froh war. Die Straße selbst war aber nicht so schön, da es keinen Randstreifen oder sogar Radweg gab und reichlich Autos und Laster unterwegs waren. Ab Realp ging es dann den zweiten Pass hinauf. Der Furkapass war mit 11,5 Kilometern und rund 850 Höhenmetern veranschlagt, also erneut ein richtiger Berg! Wieder traf ich die Mofafahrer, de an mir vorbeifuhren. Die Straße schlängelte sich in schönen Serpentinen hinauf und ich kam an dem berühmten James Bond Stopp vorbei. Hier hielt damals Sean Connery und schaute hinunter auf Gerd Fröbe im Film Goldfinger. Es wurde auch wieder etwas kühler, aber die Sonne schien! Was für grandiose Ausblicke. Es folgte eine lange Passage mehr oder minder geradeaus und ich konnte weit vor mir andere Radfahrer sehen. Insgesamt waren es aber deutlich weniger, als ich erwartet hätte. Dafür röhrten wieder reichlich Autos an mir vorbei. Dann war der Gipfel vom Furkapass erreicht. Auch wieder ein großer Parkplatz und keine gemütliche Gelegenheit sich niederzulassen. Es gab zwar einen kleinen Kiosk, doch konnte man nirgends sitzen, bzw. waren die wenige Sitzplätze von rauchenden Bikern belegt und da hatte ich keine Lust mich dazuzusetzen. So blieb ich auch hier nicht allzu lange und es ging wieder bergab. Direkt hinter der Kuppe gab es einen fantastischen Blick auf den Grimselpass. Ich konnte genau sehen, wo ich mich später noch hinaufarbeiten musste.
Die Abfahrt war sehr entspannt und ich versuchte mich auch so gut es ging zu erholen. Die Temperaturen wurden auch besser. Am Hotel Belvedere musste ich natürlich auch anhalten und das entsprechende Nostalgiefoto machen. Fast unten angekommen war ich sehr froh bergab zu fahren, da es ordentlich von hinten blies. Mir kamen ein paar Radler entgegen, die sich gegen die Steigung und den Wind ankämpften. Leider fand ich unten keine Gelegenheit eine echte Pause einzulegen. Die von mir anvisierte Raststätte war aufgrund Umbauarbeiten leider geschlossen und es gab keinen freien Brunnen für meine Trinkflaschen. So blieb ich nur kurz am Straßenrand stehen und aß einen Riegel.
Dann ging ich den Anstieg hinauf zum Grimselpass an, doch schon nach rund 500m bekam ich erste Krämpfe und es war klar, dass ich so nicht hochkommen würde. Am Straßenrand war ein kleiner Parkplatz und ich legte mein Rad ins Gras und genehmigte mir eine längere Pause. Der Wind war recht frisch, doch schien die Sonne und ich trank erst einmal ordentlich und aß einen weiteren Riegel. Nach rund 10 min hatte ich dann doch wieder Hummeln im Hintern und machte mich auf den Weg. Zu Beginn ließ ich es sehr locker angehen, um meine Beine zu testen, doch hatte die Pause die gewünschte Wirkung gehabt und ich spürte keine Gefahr mehr Krämpfe zu bekommen.
Allerdings hatte ich nicht mehr viel Kraft in den Beinen und fuhr sehr viel langsamer den Berg hoch, als ich es erwartet bzw. geplant hatte. Glücklicherweise war der Anstieg nicht so lang, so dass ich mich dann doch hochkämpfen konnte. Der Pass war komplett in den Wolken und kalt war es auch, sodass ich direkt in die Abfahrt ging. Kurz hinter der Kuppe gab es einen Kiosk, an dem ich mir 2 Cola und ein Wasser gönnte, um meine Trinkflaschen aufzufüllen und ein bisschen Energie in den Körper zu bekommen. Jetzt stand nur noch die lange Abfahrt und der kleine Anstieg bei der Aareschlucht an. Dort musste ich leider, trotz Anfeuerung von Spaziergängern nochmal absteigen, da ich echt platt war. Doch dann war ich wieder am Auto und recht zufrieden mit mir, die Runde geschafft zu haben. Ich verstaute mein Rad, zog mir warme Sachen an und machte mich auf den Weg zurück nach Zweisimmen.









