Schweiz 2025 - Tag 1 - Durch das Berner Oberland
Meine erste Tour sollte mich nach Westen bringen und dabei einige Berge mitnehmen. Gerade für den ersten Berg hatte ich bei Quäldich noch eine Alternativroute abseits der Hauptstraße gefunden. Nach einer kleinen Abfahrt ging es erst mal hoch zum Jaunpass. Die Strecke führte mich über kleine Wirtschaftswege nach oben. Die Steigungen waren schon zu Beginn herausfordernd und bewegten sich immer wieder jenseits der 10%. Aber die Sonne schien und ich freute mich auf einen ganzen Tag im Sattel. So kurbelte ich mich höher und höher und genoss dabei die fantastische Aussicht auf die Berge. Ca. nach ¾ des Anstiegs kam ich wieder auf die Hauptstraße, dort war dann wieder etwas Verkehr, nach der völlig autofreien Fahrt zu Beginn. Oben am Pass war schon richtig was los. Jede Menge Autos standen vor einem Ausflugslokal. Ich vermutete mit vielen Wanderern, die dort gestartet waren.
Jetzt ging es auf guter ausgebauter Straße den Pass wieder hinunter und ich konnte bereits das Tal sehen, in welches ich später einbiegen wollte. Sogar die nächste Passhöhe war bereits zu erkennen. Nach der entsprechenden Abzweigung wurde es auch gleich wieder deutlich ruhiger. Im unteren Bereich ging es regelrecht durch den Wald und ich überholte einen älteren Radler, der auf einem eBike unterwegs war. Ich war sehr gespannt, ob er mich später im Anstieg wieder überholen würde. Dann wurde es steiler und die Bäume wichen den Almwiesen. Über reichlich Serpentinen ging es bergan und ich konnte einen schönen Blick zurück zum Jaunpass werfen. Zwischendurch überholte mich auch ein Postbus, der wirklich überall in der Schweiz unterwegs ist und auch auf den einsamsten Wegen verkehrt. Oben auf der Passhöhe standen drei Radfahrer, die von der anderen Seite hochgekommen waren und machte auch ein paar Bilder. Der Pass selbst war eher unspektakulär. Ich machte trotzdem eine kleine Rast, um mich zu stärken. Jetzt ging es hinunter nach Saanen. Die Straße war durchaus schmal und steil und durchaus manchmal nass, sodass ich mit entsprechender Vorsicht bergab fuhr.
Jetzt gab es ein längeres Flachstück, bei dem leider der Wind ein wenig von vorne kam. Nach einiger Zeit bog ich wieder von der Hauptstraße ab und fuhr auf einem schmalen Wirtschaftsweg parallel zur Straße. Dort ging es immer mal wieder in kurzen Rampen nach oben, war aber sehr malerisch zu fahren. Schon stand der nächste Anstieg an. Es sollte hinauf zum Col des Mosses gehen. Bis hierher kannte ich die Strecke größtenteils bereits, da wir ein paar Tage vorher hier einen Ausflug mit dem Auto gemacht hatten. Mit Rad ging es aber noch weiter hinauf. Die Steigung war anspruchsvoll, aber recht gleichmäßig. Es wurde auch etwas kühler und ich hoffte nicht noch Regen zu bekommen. Oben auf dem Gipfel sprach mich eine junge Radlerin an, ob ich Werkzeug dabeihätte. Ihre Kette hatte sich verklemmt und ließ sich nicht mehr lösen. Mit gemeinsamen Kräften und ein mehreren Versuchen schafften wir es das Hinterrad komplett auszubauen und die Kette zu entwirren. Nach einem Sicherheitstest funktionierte alles wieder und wir setzten unsere Fahrt in unterschiedliche Richtungen fort. Dieses Erlebnis zeigte mir wieder, dass eine gewachste Kette viel besser als eine geölte war, denn wir hatten beide am Schluss recht verdreckte Finger. Ich machte noch das obligatorische Passfoto und dann ging es weiter. Ich bewegte mich jetzt in der französischsprachigen Schweiz, was durch viele französische Schilder leicht zu erkennen war.
Erneut bog ich aufgrund einer Empfehlung aus Quäldich.de von der Hauptstraße ab und fuhr über schmale Wirtschaftswege. Wunderschön!! Ein Schild, indem eine Straßensperrung angekündigt war, ignorierte ich, da ich aus Erfahrung wusste, dass man als Radler fast immer durchkommen würde. Die Sperrung war jedoch heftiger als ich erwartet hatte, zumal man noch am Arbeiten war. Doch die Bauarbeiter machten mir mit ihrem Bagger kurz Platz und ließen mich durch. Nicht jedoch ohne einen entsprechenden Kommentar, den ich aber gerne in Kauf nahm, denn zurück zur Hauptstraße hätte mich bestimmt eine komplette Stunde gekostet.
Jetzt ging es zu Col du Pillon. Die Rampe hinauf war nicht sehr lang, aber mit rund 10% im Schnitt doch ziemlich steil, zumal es kaum Abwechslung durch irgendwelche Kurven gab, sondern nur geradeaus ging. Am Pass sprach ich zwei Französinnen an, ob sie ein Foto von mir machen könnten. Es gab einen kurzen Moment der Verwirrung, da sie wohl glaubten, dass ich ein Foto von ihnen machen wollte. Nach der Auflösung und der Information, wo ich herkomme bzw. wo ich noch hinwollte, waren sie doch sehr erstaunt und meinten dieses niemals schaffen zu würden.
Es erfolgte eine lange Abfahrt nach Gstaad. Dort füllte ich meine Wasserflaschen erneut auf und es ging in den Schlussabschnitt. Glücklicherweise gab es neben der Hauptstraße auch hier eine verkehrsarme Umfahrung, allerdings mit einer richtigen Rampe drin, die irgendwo zwischen 15 % und 20 % hatte. Ein Stück vor mir sah ich noch einen anderen Radler, der sich auch die Rampe hochkämpfte. Dieses setzte bei mir natürlich nochmal Kräfte frei. Ich war auch etwas überrascht tatsächlich an ihn heranfahren zu können, der er die deutlich bessere Bergfigur hatte als ich. Ich zog also vorbei, doch er bleib dann an mir dran. Es ging wieder auf die Hauptstraße und ich konnte mich dann doch etwas absetzen. Etwas später bog ich erneut auf Nebenstraßen ab und er fuhr weiter geradeaus. Die Nebenstraßen hatten es nochmal richtig in sich. Landschaftlich sehr schön, aber viele sehr steile Rampen drin. So kam ich in Zweisimmen wieder an und musste nur noch durch den Ort. Den letzten Anstieg zum Hotel bewältigte ich mit Bravour und war glücklich und zufrieden wieder angekommen.









