Mallorca 2025 - Tag 5 - Palma - Alcudia

Ursprünglich sollte dieses unsere Königsetappe werden. Ich hatte aber nach einigem überlegen die Tour dann doch noch von rund 150 km auf 120 km gekürzt und dabei auch rund 500 Höhenmeter herausgenommen. Trotzdem stand uns ein langer Tag bevor. Wir hatten mehrfach überlegt, wie wir es am Morgen am besten machen wollten, da Frühstück und Zugfahrt und Fahrzeit in Einklang gebracht werden wollten. Am Ende entschieden wir uns den etwas späteren Zug zu nehmen, um genügend Zeit für das Frühstück zu haben. So ging es um kurz vor 9 Uhr in Richtung Sa Pobla, wo wir die Bahn nehmen wollten. Dort hatten wir etwas Glück und der Zug, der eigentlich schon weg sein sollte stand noch am Bahnhof und wir konnten noch schnell Fahrkarten kaufen und hineinschlüpfen. Der Zug war erstaunlich voll, brachte uns aber problemlos nach Palma. Dort ging es dann erst einmal durch die Stadt. Frank hielt noch an einer Apotheke an, da er ein Mittel gegen Herpes benötigte und Fayek nutzte die Gelegenheit und holte sich ein Mittel, um seinen Magen zu beruhigen. Dieser hatte ihm die Tage ein paar Probleme bereitet.

Außerhalb der Stadt wurde es auch deutlich ruhiger auf der Straße und wir genossen die Aussicht. Der erste Berg, Es Grau, stand an und wir schraubten uns die Serpentinen hoch, ich etwas schneller, Fayek und Frank dahinter. Die Landschaft war sehr schön, wenn auch vieles bereits vertrocknet aussah, obwohl es erst Ende Mai war. Die Straße schlängelte sich entlang der Küste und gewährte immer wieder fantastische Blicke auf das Meer. Im Künstlerort Deja machten wir eine Pause und stärkten uns mit Cola, Bocadillo und Melone. Jetzt ging es weiter nach Soller, wo der große Anstieg zum Puig Major anstand. Fayek freute sich schon sehr darauf, da die Straße entsprechend breit war und eine gleichmäßige Steigung bot. Ich hatte mit diesem Anstieg noch eine Rechnung offen, da ich letztes Mal mit Krämpfen absteigen und pausieren musste. Das sollte mir dieses Mal nicht passieren.  Ich schlug ein gutes Tempo an, ohne an mein Limit zu gehen, da es auf den 14 Kilometern keine echte Erholung geben würde. Hier merkte ich deutlich, dass ich einige Kilo leichter als 2022 war und auch mehr Trainingskilometer in den Beinen hatte. Immer wieder konnte ich den einen oder anderen Radfahrer überholen, was meiner Motivation natürlich sehr guttat. Kurz vor Ende überholten mich dann zwei Profis von Israel Premier Tech. Die waren dann doch sehr viel schneller als ich und ich konnte meine Leistung, auch wenn ich sehr zufrieden war, mal richtig einstufen.  Ich hatte jetzt nur noch den Tunnel vor mir, dann war ich am Ziel. Zum Schluss merkte ich aber auch, dass ich am Limit gewesen war und ich Gefahr lief Krämpfe zu bekommen. Doch alles ging gut.  Kaum war ich durch den Tunnel durch rauschte das gesamte Profiteam von Israel Premier Tech an mir vorbei. Sie hatten ihr Verpflegungsfahrzeug knapp 100m weiter stehen und stoppten dort. Ich überlegte, ob ich für ein Selfie und die Frage nach Wasser vorbeigehen sollte, ließ es aber doch bleiben. Später sah ich auf Strava, dass Pascal Ackermann in der Gruppe gewesen war. Ist schon toll zu Wissen, dass man mit den Profis an denselben Bergen unterwegs sein konnte.

Fayek kam rund 15 Minuten nach mir an und war ziemlich geschafft. Frank benötigte noch etwas länger und hatte auch einmal eine kurze Pause einlegen müssen. Höhere Berge standen uns nicht mehr Weg. Jetzt liefen wir es erst mal rollen, bis zum Abzweig Sa Calobra und machten eine ausgiebige Pause. Dann ging es den Coll de sa Batalla hinunter und Richtung Buger. Dort fuhren wir an der Steigung St. Magdalena vorbei, die ich ursprünglich noch eingeplant hatte. Hinter Sa Pobla zog sich die Fahrt dann etwas, da es ziemlich geradeaus ging und wir auch noch Gegenwind hatten. Doch schließlich gelangten wir wieder zu unserem Hotel und hatte diese tolle Tour geschafft. Erneut genossen wir ein Bad im Meer, welches unseren müden Muskeln heute besonders guttat! Auch das Abendessen schmeckte heute besonders gut.