Harz 2025 - Tag 3 - Zu Dritt
Heute sollte Stefan zu uns stoßen. Als geübter Frühaufsteher war er sehr zeitig aus Berlin losgefahren und dann auch schon gegen 8:30 bei uns im Harz abgekommen. Das Wetter versprach bestens zu werden und nach dem gemeinsamen Frühstück ging es los.
Der Plan war eine große Runde durch den Südharz zu machen. Stefan kannte den Teil noch nicht und der Anstieg am Sophienhof gehört ja auch zu den Anstiegen, die man im Harz mal gefahren sein muss. Außerdem lud der Sophienhof auch zu einem super Stopp mit einem schönen Eisbecher ein.
Doch zuerst ging es zum Torfhaus hoch. Unten hielt ich mich noch hinter Stefan, da ich nicht genau wusste, wie stark er war, doch dann fasste ich mir ein Herz und zog vorbei. Ich merkte dann auch, dass er mir nicht folgen konnte oder mochte, doch tat dies meiner Motivation keinen Abbruch. Die Beine fühlten sich gut an und ich gab ordentlich Druck. Ich hatte zwei Tage zuvor schon eine neue Bestzeit erzielt, war dort aber aufgrund der langen Tour etwas verhaltener angegangen. Dieses wolle ich jetzt nutzen, um erneut eine Bestzeit zu fahren. Oben angekommen „durfte“ ich eine ganze Weile warten, bis Stefan ankam. Er war ein wenig unzufrieden, dass ich ihn so abgehängt hatte, der die ganze Zeit deutlich über 300 Watt getreten hatte. Mir gab dieses die Bestätigung, dass das mein geringeres Gewicht nicht mehr durch seine größere Leistung ausgeglichen werden konnte. Wir warteten auf Fayek, der in seinem gleichmäßigen Stil, ohne zu überziehen den Berg hochgefahren war. Später stellte ich fest, dass diese Bestzeit nicht bei Quäldich auftauchte, was mich schon ein bisschen ärgerte. Ich mailte mit den Kollegen und erfuhr, dass das Quäldich Segment bis hinauf zum Torfhaus gehen würde und man dieses auch auf 10m genau fahren müsste. So trug ich meine Zeit im Nachhinein manuell in mein Palmares ein.
Dann ging es weiter in Richtung Braunlage. Die Wellen nahm ich etwas entspannter, um zum einen meine Beine zu schonen und zum anderen mit den beiden auch zusammen zu bleiben. Dafür fuhr ich die meiste Zeit von vorne und konnte Stefan und Fayek etwas Windschatten bieten. Den Wurmberg und den Brocken ließen wir für heute aus. Zweitere stand ja für Morgen bereits auf dem Programm. Die nächsten 40 Kilometer ging es mehr oder weniger bergab. Wir fuhren an der Rappbodentalsperre vorbei, wo wir eine kleine Pause einlegten und den begeisterten Nutzern des Flying Fox zuschauten. In Thale angekommen frischten wir unsere Wasservorräte auf und stärkten uns noch mit Bananen und Teilchen.
Dann kam der Anstieg bei Thale, der auch ziemlich heftig ist und wir mussten alle drei ordentlich kämpfen, um ihn zu bewältigen. Stefan nahm ich auf dem 2,2 Kilometer langen Anstieg gerade mal 1 Minute ab, während Fayek dann doch drei Minuten verlor. Doch wir fuhren alle drei Bestzeiten, was will man mehr!
Bei gemäßigter Steigung ging es weiter und noch ein gutes Stück bergab, bevor es hoch zum Sophienhof ging. Da Stefan den Anstieg noch nicht kannte, war er auf der komplett falschen Übersetzung unterwegs, was ihn ordentlich nach hinten warf, bis er seinem Ritt endlich gefunden hatte. Fayek bleib bei seinem Tritt und so meisterten wir auch diesen Berg. Im Sophienhof legten wir eine wohlverdiente Pause ein und genossen einen anständigen Eisbecher.
100 Kilometer waren geschafft, doch knappe 50 lagen noch vor uns. Wir rollten herunter nach Zorge, wo ich immer wieder das Gefühl hatte, dass hier die Zeit stehen geblieben war. Da weiterhin die Sonne schön schien war es ein schöner Abschnitt. Ab Zorge hieß es wieder mehr in die Pedale zu treten, denn es sollte hoch nach Braunlage gehen.
Bis dahin lief auch alles gut und wir fuhren schön zusammen. Hinter Braunlage wartete dann aber nochmal eine fiese Rampe hinauf zu Harzhochstraße. Dort gab ich nochmal richtig Gas und setzte mich deutlich von den beiden ab. Es fühlte sich einfach gut an. Mit diesem reduzierten Gewicht Anstiege zu fahren. Stefan kam einige Zeit später an und war ziemlich geplättet, da er eine solche lange Tour mit diesen Höhenmetern schon lange nicht mehr gefahren war und seine Beine nicht mehr so wollten, wie er es gerne wollte.
Den geplanten Abzweig über Sonnenberg mussten wir aufgrund einer Straßensperrung auslassen, so fuhren wir weiter bis zum Torfhaus und dann entspannt zurück zur Wohnung.
Nachdem wir uns geduscht und etwas ausgeruht hatten, fuhren wir mit dem Auto hinauf zum Torfhaus, um uns dort oben ein schönes Abendessen zu gönnen.
Zurück in der Wohnung schauten wir zur Motivation noch ein wenig Tour, dann fielen wir auch schon in den verdienten Schlaf.















