Harz 2025 - Tag 2 - Mit Fayek

Fayek kam am frühen Morgen in Altenau an. Ich hatte bereits Brötchen besorgt und so frühstückten wir erst einmal, bevor es aufs Rad ging. Da er Schwierigkeiten mit seiner Schaltung bei einem der Räder in der letzten Zeit gehabt hatte, hatte er gleich zwei Räder mitgebracht. Das Wetter war deutlich besser als am Vortag und die Sonne kam immer mehr raus. Auch die Temperaturen versprachen deutlich angenehmer zu sein. Meine Sachen waren dank Heizung und Zeitungspapier auch so weit getrocknet, dass ich sie problemlos anziehen konnte.

Unsere Tour sollte in den Nordharz gehen und die ganz großen Steigungen würden wir heute auslassen. Mir war es ganz recht, da ich die Tour von gestern doch noch deutlich in den Beinen spürte und Fayek hatte aus gesundheitlichen Gründen nicht so viel Zeit gehabt zu trainieren. So ging es über Clausthal-Zellerfeld in Richtung Lautental, um dann einen großen Bogen über Bad Grund nach Seesen zu fahren. Wetter und Wind waren genau richtig und so flogen wir bei Rückenwind und Sonne Seesen entgegen. Dort machten wir einen netten Stopp mit Kaffee und heißen Waffeln. Von Seesen ging es dann hinauf zum Sternplatz. Den Anstieg waren wir schon eine ganze Weile nicht mehr gefahren und die letzten 500m waren mit 10-15% auch wirklich anstrengend. Ich hatte mich am Fuße der Steigung von Fayek gelöst und drückte ordentlich auf die Tube. Ob en angekommen lief mir der Schweiß in Strömen und ich wartete erst mal auf Fayek. Gemeinsam erholten wir uns und rollten dann locker weiter. Es sollte über Wolfshagen gehen. Am Abzweig war allerdings eine Straßensperrung angezeigt. Da unsere Erfahrung war, dass man mit dem Rad fast immer durchkommt, probierten wir es und konnten eine kleine Baustelle auch problemlos durchfahren.  

So ging es weiter in Richtung Goslar, leider immer wieder an einer stark befahrenen Straße entlang. Wenigstens gab es hin und wieder einen Radweg, auf den wir ausweichen konnten. Hinter Goslar fuhren wir das Okertal hinauf und ich hatte die Idee an der Talsperre noch den Abzweig ins Kälbetal zu machen und über das Torfhaus zurück nach Altenau zu fahren. Nachdem wir gut zwei Drittel des Anstiegs zur Talsperre hinter uns hatte meinte Fayek, dass er lieber direkt zurückfahren wollte und den Anstieg zum Torfhaus auslassen wolle. Schließlich lagen noch zwei weitere Tage mit ausgiebigen Touren vor uns und er wollte seine Körner nicht gleicht komplett am ersten Tag raushauen.

Ich wollte den Anstieg aber gerne fahren, schlug ein höheres Tempo an und setzte ich mich dann auch gleich von Fayek ab. Im Stillen hatte ich die Hoffnung vielleicht so schnell zu sein, dass ich fast zeitgleich mit ihm an der Wohnung ankommen würde, doch da war ich dann doch viel zu optimistisch bzgl. meiner Leistung gewesen.

Im Kälbetal sah es inzwischen auch deutlich anders aus als noch vor ein paar Jahren. Viele der Bäume waren gefällt und man blickte in ein recht offenes Tal, während man früher komplett im Wald gefahren war. Da die Sonne inzwischen kräftig schien, war der Anstieg eine recht schweißtreibende Angelegenheit.

Der Anstieg zog sich auch etwas, zumal man jetzt den Weg deutlich besser sehen konnte, der fast immer geradeaus ging. So sah man die Rampen schon lange im Vorfeld. Der letzte Kilometer hinauf zum Torfhaus war dann auch nochmal richtig hart.

Runter vom Torfhaus rollte ich dann recht entspannt. Wir fehlte auch ehrlich gesagt die Kraft, um die Gegenwelle in der Torfhausabfahrt nochmal mit Kraft anzugehen. So kurbelte ich da lockerer hoch und rollte hinab nach Altenau. Den letzten Anstieg zum Glockenberg fuhr ich dann auch nur noch zu Ende, ohne nochmal richtig in die Pedale zu treten. Fayek war natürlich schon da und hatte auch bereits geduscht.

Zum Essen fuhren wir runter nach Bad Harzburg zu unserem altbekannten Chinesen. Aufgrund seiner gerade überwundenen Magenverstimmung war Fayek noch sehr vorsichtig, was das Essen anging und er aß mehr Reis als alles andere. Bei mir war es eher das Gegenteil 😉

Wieder zurück in der Wohnung schauten wir noch etwas Tour de France, dann ging es ins Bett