Fichtelgebirge 2025
Die Herausforderung für eine Tagesfahrt war gefunden und ich wollte noch eine kleine Steigerung einbauen. Alle Anstiege aus dem regionalen Highlight Fichtelgebirge an einem Tag fahren. Dieses highlight war auch das einzige, welches halbwegs in der Nähe von Berlin war und bei dem ich eine machbare Tour planen konnte, die es erlaubte, alle Anstiege an einem Tag zu fahren. So tüftelte ich an der Tour und stellte meinen Vorschlag in meine Radgruppe. Es waren zwar alle grundsätzlich begeistert, aber nach und nach bröckelte es dann doch. Carsten war der Aufwand zu hoch Frank und Fayek war die Tour zu anstrengend und Stefan wusste nicht, ob er Zeit für die Tour finden würde, da bei ihm eine längere Reise im Eisschnelllauf anstand. Schlussendlich gab es dann noch einen Terminkonflikt zwischen Fred und Stefan und egal welches Wochenende ich wählte einer der beiden konnte nicht. Wir entschieden uns dann aber doch bereits Vorabend anzureisen, damit es morgens zum einen entspannter zuging und wir zum anderen rechtzeitig losfahren konnten. Schließlich waren die Tage nicht mehr so lang. Losgehen sollte es in Münchberg und dann im Uhrzeigersinn durch das Fichtelgebirge. Fünf Anstiege standen auf dem Programm und es sollten gute 2600 Höhenmeter auf knapp 150 Kilometern bewältigt werden.
Fayek entschied sich dann doch noch mitzufahren und so waren wir zu viert. Da keiner von uns einen Radträger für vier Räder hatte und mein Auto an dem Wochenende nicht zur Verfügung stand hieß es mit zwei Autos zu fahren. Skobi und Fayek fuhren in einem und Stefan und ich m anderen, zumal Stefan erst etwas später von der Arbeit loskam. Auf der Fahrt hatten wir bei Leipzig mal wieder eine Vollsperrung und so kurvten wir um die Stadt mit vielen anderen Autos herum und kamen mit ca. 1 Stunde Verspätung an unserem Startort an. Trotz allem waren wir etwas schneller als Fayek und Skobi gewesen. Die beiden Zimmer, die ich gebucht hatte, erwiesen sich als sehr geräumig und wir konnten unsere Räder problemlos im Zimmer sicher abstellen. Wir wanderten noch nach Münchberg rein und suchten eine Lokalität, bei der wir noch etwas Essen konnten. Eine kleine Pizzeria war offen und gar nicht so schlecht. Im Nachgang versorgten wir uns noch mit einem Sixpack und einer Tüte Chips an der Tanke, dann ging es zurück zum Hotel. Dieses war an eine Konditorei angeschlossen und wir bekamen am nächsten Morgen ein großartiges Frühstück. Schließlich sollte es losgehen. Die Radcomputer waren an und wir klickten ein, doch schon nach wenigen hundert Metern hielt Stefan an, weil er nicht schalten konnte. Wir untersuchten die Schaltung, doch alles sah gut aus. Einzige Vermutung war, dass die Batterie sich über Nacht entladen hatte. So ging es zurück zu den Autos. Glücklicherweise hatte Stefan sein Ladekabel für die DI2 dabei und Skobi hatte eine Powerbank im Auto, an den wir das Kabel anschließen konnten. Dann hieß es warten. Nach rund 45 min hatte die Batterie wieder einen Ladestand von 50 % und alles funktionierte. Stefan war doch recht genervt gewesen, zumal er die Batterie erst vor ein paar Tagen aufgeladen hatte. Die Vermutung war, dass einer der Bremsschalter während der Hinfahrt so gelegen hatte, dass er ununterbrochen ein Signal geschickt hatte und dieses die Batterie entleerte. Doch dann ging es endlich los. Das Wetter war uns auch sehr gewogen, die Sonne schien und es waren angenehme Temperaturen.
Dann kam der erste der fünf Berge, der große Kornberg. Es war gleich schon ordentlich steil und Fayek und Stefan fielen etwas zurück, während Skobi mithalten konnte. Er war auch derjenige, vor dem ich am meisten Respekt hatte. Bisher war es mir noch nie gelungen ihn wirklich abzuhängen, allerdings waren wir auch noch nie zusammen in den Bergen unterwegs gewesen. Plötzlich kamen von hinten zwei andere Radler, die zu uns aufschlossen. Der Jüngere der beiden war nicht ganz so schnell und ich hängte mich an ihn dran. Dafür musste ich aber auch volles Tempo fahren. Skobi musste dann doch reißen lassen, doch ich hatte mich festgebissen. Ich merkte, dass er auch nicht schneller fahren konnte und so probierte ich auch mal an ihm vorbeizufahren, dafür musste ich dann aber auch über 400 Watt drücken. Ich hielt das Tempo zwar, konnte mich aber nicht absetzten. Als das steilste Stück des Anstiegs zu Ende war nahm ich etwas raus, schließlich hatten wir noch viel vor und ich wollte mich nicht gleich zu Beginn völlig verausgaben. So zog der junge Mann mir doch davon. Es fehlte mir auch an Streckenkenntniss und ich wusste nicht genau wie lange und steil der Anstieg noch sein würde. Doch es kam nicht mehr viel und nach gut einem Kilometer hatte ich den Gipfel erreicht. Ich gratulierte den Beiden zu ihrer schnellen Auffahrt und wir plauschten ein wenig. Während der Zeit kam auch Skobi und wenig später Fayek und Stefan oben an. Stefan war ob seiner Leistung unzufrieden. Er meckerte, dass er laufend weit über 300 Watt drücken würde und trotzdem keine Chance hätte mit mir und Skobi mitzufahren.
Nach einer kleinen Erholung und ein paar Bildern ging es wieder den Berg hinunter. Wir bogen auf einen Schotterweg ab und mussten diesen für ca. 2 Kilometer bewältigen, dann hatte uns der Asphalt wieder.
Es ging in einem langen Bogen in Richtung Marktderewitz. Die Strecke war sehr schön und es gab einiges zu sehen. Unter anderem kamen wir an der Zentrale von Cube vorbei. Das Wetter bleib uns weiterhin hold. Vorher machten wir einen ersten Supermarktstopp und füllten unsere Wasserflaschen wieder auf.
Dann stand die zweite Auffahrt hoch zum Steinwald an. Diese war nicht ganz so beschwerlich und wir meisterten sie alle zusammen. Wir näherten uns bereits unserem zweiten Stopp, der auch auf der Mitte der Strecke lag. Wir machten bei der Bäckerei eine längere Pause und genossen es unsere Beine ein wenig ruhen zu lassen. Der Kuchen und die Cola tat ihr übriges unsere geleerten Speicher wieder aufzufüllen. Dann hieß es sich wieder in den Sattel zu schwingen. Die dritte Auffahrt hatte es wirklich in sich. Die Straße bäumte sich regelrecht vor uns auf und ich war sehr froh meine Bergübersetzung aufgezogen zu haben. Kurzzeitig zeite mein Radcomputer Steigungen von 22 % an und ich war wirklich am Limit. Gott sei Dank war die Steigung nicht allzu lang. Gerade Stefan musste sich mit seinem Gewicht echt quälen. Dafür war das Wetter bestens! Mir war es fast schon etwas zu warm 😉 Die nächste schlechte Nachricht kam, als Stefan vermeldete, dass sein Radcomputer auch ausgefallen war. So hatte er keine Daten mehr, an denen er sich orientieren konnte und war sehr gefrustet. Ich glaube er hätte am liebsten die Tour sofort abgebrochen. Aber zwei Anstiege standen noch an.
Bevor es in Richtung Schneeberg ging, machten wir nochmal einen Stopp an einem kleinen Supermarkt, der etwas versteckt lag. Stefan fehlte komplett die Motivation und er wollte diesen Anstieg nicht mitnehmen und auf uns unten warten. So trennten wir uns am vermeintlichen Abzweig und fuhren erstmal zu dritt weiter. Ich setzte mich aber sehr schnell von den beiden ab, da ich an diesem Berg doch nochmal meine Leistung testen wollte. Das erste Stück war steiler als erwartet, dann ging es in einer Kurve auf die eigentliche Auffahrt. Die Straße selbst war sehr gut und dazu für Autofahrer gesperrt, sodass ich ganz allein auf weiter Flur den Berg hoch eilte. Oben gab es einen Aussichtstur den ich erkletterte und einen großartigen Blick über das Fichtelgebirge hatte. Etwas später kamen Fayek und Skobi gemeinsam an. Bei der Auffahrt war mir klar geworden, dass die Strecke nicht bei Stefan wieder vorbeiführen würde. Wir drei hatten auch wenig Lust den ersten Teil des Anstiegs erneut zu fahren. So rief ich Stefan an und bat ihn schon mal loszufahren. Ich würde dann an einer Kurve auf ihn warten. Fayek und Skobi kamen dann auch bald und Stefan gesellte sich auch wieder zu uns. Die Pause hatte ihm sichtlich gutgetan und er fühlte sich wieder deutlich besser. Jetzt stand nur noch ein Berg an. Leider hatte ich bei diesem einen Fehler in meiner Streckenplanung gemacht und den letzten Abzweig zum Gipfel nicht richtig eingeplant. SO fuhren wir zwar fast bis nach oben, aber eben nur fast. Dadurch fehlte uns in der Schlussabrechnung bei quäldich leider dieser Berg und wir haben das Abzeichen nicht bekommen.
Es war aber trotzdem eine tolle Tour bei bestem Wetter gewesen und wieder einmal haderte ich ein wenig damit, dass in der Berliner Umgebung keine Berge waren. Die Rückfahrt verlief insgesamt ohne Probleme und wir kamen alle wohlbehalten wieder in Berlin an. Stefan und ich etwas früher, Fayek und Skobi etwas später. Es war ein tolles Erlebnis und ich würde gerne nochmal in das Fichtelgebirge fahren, schließlich ist ein Berg noch offen…
Am Ende waren es dann doch über 150 Kilometer und fast 2800 Höhenmeter geworden
Teilnehmer:
- Fayek Ischneiwer
- Stefan Herrmann
- Miran Skobin
- Jörn Lutzebäck

