Bike Packing 2025 - Tag 1 - Braunschweig - Hasselfelde

Heute sollte es losgehen. Das Gepäck war gepackt und ich hoffte nichts vergessen zu haben. Leider war das Wetter mir nicht hold, denn die Straßen waren doch ziemlich nass. So wurde das Rad und auch meine Schuhe bei der Fahrt zum Bahnhof gleich ziemlich feucht. Am Bahnhof wechselte ich dann erst einmal die Schuhe, um entspannt auf den Bahnsteig gehen zu können. Schnell noch ein Baguette für die Fahrt besorgt und dann stand ich auf dem Bahnsteig.

Ein bisschen aufgeregt war ich schon, insbesondere wie weit ich mit dem Rad durch den Zug musste, um an den Radstellplatz zu kommen. Doch es ging alles recht einfach. Das Radabteil war direkt am Einstieg und ich war auch der Einzige, der sein Rad mitnehmen wollte. Eine Schulklasse machte etwas Stimmung im Wagen, aber insgesamt alles recht gesittet. Wir fuhren pünktlich ab und ich konnte mich dann meinen feuchten Schuhen widmen. Leider gab es an meinem Platz nicht direkt eine Heizung, auf der ich meine Überschuhe trocknen konnte.  Nachdem wir aus Berlin raus waren, holte ich meine Lenkertasche und wechselte zurück auf die Radschuhe. Ich hoffte sie so ein wenig trockenwohnen zu können. Den Ausstieg aus dem Zug würde ich mit den Schuhen schon hinbekommen.

So richtig schnell war der ICE nicht und recht bald stand auch schon eine Verspätung auf der Anzeige. Da ich ja aber bis Braunschweig durchfahren würde, machte ich mir keine Gedanken. In Wolfsburg, der letzte Halt vor Braunschweig, kam dann die Überraschung. Die Lautsprecher verkündeten, dass der Zug aus technischen Gründen nicht in Braunschweig halten würde und Zuggäste mit diesem Ziel hier in Wolfsburg doch bitte einen Regionalzug nehmen sollten. Die Nachricht traf mich dann doch recht kalt und ein wenig hektisch nahm ich meine Sachen und mein Rad und verließ den Zug. Ich war nur sehr froh den Schuhwechsel erledigt und meine Lenkertasche auch schon wieder angebracht zu haben.

Ich sah dann auch den Regio auf einem anderen Bahnsteig stehen und lief schleunigst dort hin, da ich nicht wusste, wann dieser abfuhr, denn ich hatte gar keine Lust jetzt länger auf dem Bahnsteig rumzuhängen und auf den nächsten Zug zu warten. Meine Sorge war aber unbegründet, da der Zug erst 20 min später losfahren sollte. So kam ich mit rund 40min Verspätung in Braunschweig an und die eigentliche Radtour konnte beginnen.

Ich startete die Navigation und machte mich auf den Weg. Am Himmel konnte ich einige dunkle Wolken sehen und hoffte, dass es nicht zu sehr regnen würde. So ging es bei Seitenwind Richtung Süden und nach einiger Zeit kam der Harz auch in Sicht.  Das Rad rollte gut und die Taschen behinderten mich nicht. Allerdings war das Gewicht der Satteltasche gewöhnungsbedürftig. Das Rad fühlte sich dadurch träge an und ich hatte immer ein bisschen das Gefühl, dass jemand an meinem Sattel zog. Ein paar kurze Nieselschauer gingen dann doch auf mich nieder, doch war es so wenig, dass ich keine Veranlassung sah die Regenjacke herauszuholen.

Schließlich erreichte ich Goslar und der erste Anstieg sollte losgehen. Bei gemäßigter Steigung ging es in Richtung Clausthal Zellerfeld. Zwischendurch machte ich mit immer wieder Gedanken über die weitere Strecke und ob ich den Wurmberg wirklich fahren sollte, denn die Wolken kamen von Westen und es war erkennbar, dass sie sich am Wurmberg und Brocken aufstauen würden. Auf der anderen Seite wollte ich sehr gerne wissen, wie es ist mit dem Gepäck einen steileren Anstieg zu fahren. Der Herbst hatte im Harz schon richtig Einzug gehalten und viele Blätter waren bereits gelb verfärbt. Der Verkehr hielt sich auch in Grenzen und die Autofahrer waren rücksichtsvoller, als ich erwartet hatte. So hatte ich bald den ersten Anstieg hinter mich gebracht und zog ein positives Fazit. Es ließ sich mit dem Gepäck gut fahren und auch der Wiegetritt ging recht gut.

In Clausthal machte ich den geplanten Stopp. Ursprünglich wollte ich bei einem Netto halten, doch dann sah ich eine Konditorei und hielt kurzentschlossen dort an. Ich konnte mein Rad direkt vor dem Fenster parken und hatte es so jederzeit gut im Blick. Bei einem Kaffee und Stück Kuchen (Harzer Brocken 😉) kam ich noch mit einem anderen älteren Gast ins Gespräch. Doch lange verweilen wollte ich auch nicht, da ja noch einiges an Weg vor mir lag. 

Von Clausthal ging es locken runter nach Altenau. Ich hatte diese Abfahrt gar nicht mehr richtig in Erinnerung und sie machte richtig Spaß. Allerdings war es durch den Fahrtwind durchaus frisch und ich wünschte mir etwas wärmere Kleidung. Leider hatte sich die Verbindung von meine Radpedalen zum Garmin aufgehängt und ich konnte sie auch nicht wieder herstellen. So musste ich eine Info über meine Wattwerte den Berg hinauffahren.

Bergauf war mir dann aber doch immer wieder warm genug.  Den Anstieg zum Torfhaus ging ich gleichmäßig n und ich war recht gespannt was für eine Zeit da herauskommen würde. Auch nahm ich mir vor den kleinen Abzweig oben bis zu Kuppe mitzunehmen, damit die Befahrung auch bei quäldich.de auftauchen würde.

Ich hatte sicherheitshalber noch das 34 Ritzel aufgezogen, doch nahm ich mir vor dieses so lange wie möglich zu vermeiden. Schließlich gab es deutlich härtere Anstiege und ich wollte mein Pulver nicht hier schon verschießen. Es klappte auch und ich konnte auch die steileren Abschnitte auf dem vorletzten Ritzel (30er) gut fahren.

Oben am Torfhaus machte ich einen Stopp und versuchte erneut meine Pedalen zu verbinden. Mit etwas Geduld klappte es diesmal und so konnte ich wieder auf alle Daten zurückgreifen.

Die Entscheidung, ob ich den Wurmberg in Angriff nehmen sollte, verschob ich noch ein bisschen, bis ich bei Braunlage war. Dort wollte ich schauen, wie das Wetter ist und wie spät es bereits war, doch innerlich stellte ich mich bereits auf die Auffahrt ein.

Da ich den Turm oben am Wurmberg sehen konnte war die Entscheidung gefallen. Ich bog ab und los ging es. Der untere Teil war noch entspannt, doch ich wusste, dass noch steile Abschnitte kommen würden. Zwischendurch erwischte mich auch ein kleiner Regenschauer, der Gott sei Dank nicht lange anhielt. Im steilen Abschnitt hieß es dann immer in den Wiegetritt zu gehen, doch ich schaffte den Abschnitt tatsächlich, ohne auf das kleinste Ritzel zu schalten. Interessanterweise hatte ich den Anstieg nach hinten raus noch schwerer in Erinnerung, als er es heute war. Ich nahm auch noch den letzten Schotterabschnitt, schließlich wollte ich ganz oben gewesen sein. Da es ober doch sehr frisch war und mir in meiner feuchten Kleidung auch nicht wirklich warm war, machte ich nur schnell die obligatorischen Fotos und rollte dann auch schon wieder runter.

 

Auf einen Stopp in Braunlage verzichtete ich, da ich zum einen noch genügend Wasser und Riegel hatte und mir nach der Abfahrt auch etwas kalt war. Hinter Braunlage sollte ich links abbiegen, allerdings war die Straße dort gesperrt, doch ich dachte mir mit dem Rad würde ich schon irgendwie durchkommen, zumal kurz später mir auch zwei Autos entgegenkamen. Es gab dann auch einen kurzen Abschnitt, an dem die oberste Decke der Straße fehlte, doch konnte ich da gut rüberfahren. Leider stellte ich erst später in meiner Unterkunft fest, dass der Asphalt nicht wirklich hart und fest gewesen war und ich reichlich Asphaltspritzer am Hinterrad und an der Unterseite meiner neuen Satteltasche hatte. Meinen Frust darüber milderte sich nur dadurch, dass mein Schaltwerk noch sauber funktionierte. Schließlich hatte ich 2017 am Mt Ventoux bei einem solchen Ereignis meine kompletten Rahmen geschrotet.

Den restlichen Weg bis Hasselfelde bewältigte ich recht gut, zumal keine wirklichen Anstiege mehr im Weg standen. Das Hotel fand ich dann auch und es lag sehr idyllisch direkt an der Bahnlinie. Der Zugang zum Zimmer klappte mit den gelieferten Infos gut und das Zimmer war größer als erwartet und ich konnte mein Rad locker mit reinnehmen. Nachdem ich die Heizungen aufgedreht und eine ordentliche heiße Dusche genommen hatte trug ich noch Flüssigwachs auf die Kette auf, da diese bei dem feuchten Wetter doch etwas gelitten hatte.

Dann machte ich mich auf den Weg in den nächsten Supermarkt und versorgte mich mit allem, was ich im Laufe des Abends noch essen wollte 😉. So war der erste Tag geschafft und ich war recht zufrieden mit meiner Leistung und wie es gelaufen war.

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