Mallorca 2022 - Tag 7 - Sa Calobra

Unsere letzte Tour für diese Reise stand an. Es sollte in schönem Bogen über Polenca nach Sa Calobra gehen. wir machten uns guten Mutes in Richtung Polzenza auf. Ich hatte die Strecke über Sa Pobla geplant, damit wir durch das Hinterland entlang der Berge nach Polenza kämen. Leider stellte ich in Sa Pobla fest, dass ich meinen Radcomputer nicht eingeschaltet hatte und mir so etwas von der Strecke im Tracking fehlte. Doch um zurück zum Start zu fahren, war es dann doch schon zu weit. Den Anstieg von Polenca Richtung Kloster Luc war ich auch erst einmal mit Frank 2008 gefahren. Als es unten langsam in den Anstieg ging kamen uns diverse Radfahren entgegen, die uns zuriefen, dass die Strecke aufgrund eines Autorennens gesperrt sei. Zuerst fuhren wir noch weiter, doch nachdem wir mehrfach die Info  erhalten hatten hielten wir an und überlegten, was wir machen sollten, zumal Fred und Stefan am Abend noch ihre Räder abgeben mussten. Wir waren also nach hinten nicht völlig frei in unserer Zeiteinteilung.

Nach einigem hin und her (vielleicht nochmal nach Cap Formentor…) entschieden wir uns zurück in Richtung Inka und dann über den Coll de sa Batella zu fahren. Wenn wir nicht allzu große Pausen einlegen würden, sollte es zeitlich hinhauen.

So ging es wieder zurück, wir informierten noch andere entgegenkommende Radler und fuhren erneut den Co de sa Battella. Diesmal konnte ich etwas besser an Stefan dran bleiben, wenn es auch nicht ganz reichte um zeitgleich mit ihm oben anzukommen. Fred kam fast zeitgleich mit mir an. Nach kurzer Pause ging es weiter zum Abzweig nach Sa Calobra. Auf dem Pass angekommen überholte uns eine riesige Gruppe Motorrad und Trikefahrer. Wir ließen sie alle passieren und warteten noch ein wenig um die Abfahrt entspannt in Angriff nehmen zu können. Am Ende fuhren wir trotz Fotostopps doch wieder unten auf die Gruppe auf.

AM Hafen erholten wir uns mit Cola und machten noch ein paar Erinnerungsfotos. Dann ging es den Anstieg hinauf. Ich war ihn ja schon so viele Male im Keller gefahren und hoffte ein gutes Tempo anschlagen zu können, ohne einzubrechen.  So ließ ich Stefan und Fred etwas hinter mir, die nicht ganz so euphorisch loslegten. Eine Weile konnte ich mich sogar an einen anderen Fahrer dranhängen, der sicherlich 15kg weniger wog, doch fuhr ich dafür doch etwas zu sehr im roten Bereich und musste ihn doch ziehen lassen. 

Plötzlich war Stefan neben mir und fuhr mit sehr rundem Tritt ohne Kommentar an mir vorbei. Ich war doch etwas irritiert kein Wort der Aufmunterung oder Ansporn zu hören. Er sagte mir aber später, dass er gefürchtet hatte ich würde ihn eh nur anpöbeln… Seinem Tempo konnte ich nicht folgen und schnell hatte er einen deutlichen Abstand zwischen uns gelegt. Fred sah ich noch ein ganzes Stück hinter mir so wollte ich zumindest nicht als letzter am Pass ankommen. Meine Kräfte gingen aber doch ziemlich zu neige und ich musste mich echt quälen. Gerade die letzten 300m mit 10% und Gegenwind waren sehr hart. Oben konnte ich noch meinem zwischenzeitlichen Kompagnon Applaus geben. Überraschenderweise war Fred noch deutlich zu mir aufgefahren und es fehlten nur sehr wenig zu mir.

Wir fuhren dann hinunter zu Abzweigung, machten noch eine kleine Pause und dann ging es Heim in Richtung Finca. Leider hatten wir vergessen, dass es zur Tankstelle hin doch nochmal einen Anstieg gab, den wir nicht mehr im Kopf hatten. Wir arbeiteten uns da durch und konnten es dann endlich den Coll de sa Batella hinunterrollen lassen.

Fred machte sich direkt weiter auf zum Radladen und Stefan fuhr mit mir zur Finca. Dort verlud er das Rad ins Auto und fuhr ebenfalls zum Radladen. Wir genossen alle nochmal gemeinsam die Erfrischung im Pool und am Abend ging es erneut zum Diner in Alcudia.

Für Fred und Stefan hieß es zu packen, da sie am nächsten Morgen sehr zeitig zum Flughafen aufbrechen mussten. Ich konnte mir da noch zeit lassen, da mein Flug erst im Laufe des späten Nachmittags gehen würde.