Harz 2018 - Tag 3 - Königsetappe
Unser dritter Tag stand an und es sollte die Königsetappe sein.
Ein ordentlicher Ausritt in den Ostharz auf unbekannten Strecken sollte es werden mit viel auf und ab. Auftakt machte der Anstieg zur Magdeburger Höhe, den wir in den letzten Jahren immer nur hinunter gefahren waren. Die breite Straße ließ die Steigung einfacher aussehen, als sie wirklich war, doch galt es 240hm auf 3km zu erklimmen. Zwischendurch überholte uns ein jugendliches Pärchen, dem ich gerne hinterher geradelt wäre, doch spielten die beiden in einer komplett anderen Gewichtsklasse als ich… Bis Elend war die Strecke dann noch bekannt, doch ab da ging es auf Neuland. Der Verkehr verebbte mehr und mehr, die Sonne schien und wir konnten es gut rollen lassen. Plötzlich verdichtete sich der Verkehr deutlich , an den Straßenrändern standen überall parkende Autos und viele Fußgänger pilgerten am Straßenrand entlang. mir war völlig unklar war hier los war und tippte auf irgendein Fest. Doch entpuppte sich der Grund als eine der großen Attraktionen im Harz. Wir kamen hinter einem Tunnel an der Rappbodetalsperre heraus. Dort befindet sich die neu erbaute Hängebrücke und eine Megazippline, an der man ca. 1km über die Talsperre in einem Hängegurt fliegt! Wir hielten und schauten uns das Spektakel auch eine Weile mit vielen anderen auf der Talsperre an. Fayek nutzte den Stopp auch für eine seiner legendären Dehnübungen 🙂
Kurz nach unserem Stopp ging es deutlich bergan und wir mussten auf kleinem Ritzel weiterkurbeln. Der Verkehr verlor sich bei Wendefurth wieder nach wenigen Kilometern nicht ohne eine Überraschung in Form eines 14% Straßenschildes. Glücklicherweise fuhren wir dort hinunter, der Anstieg auf der gegenüberliegenden Seite war nicht ganz so hart und lag bei „nur“ ca. 10%.
Bei Treseburg stießen wir auf eine abgesperrte Strecke, doch dachten wir uns mit Rad kommen wir schon irgendwie durch. So hatten wir auf mehren Kilometern die Straße für uns ganz alleine und befuhren eine lichtdurchflutete Allee. Leider war der Straßenbelag auch wirklich nicht mehr vom feinsten und bedürfte dringend einer Erneuerung. In Allerode stießen wir erneut auf eine abgesperrte Strecke und hier bekam ich doch arge Bedenken, denn der Straße war gerade neu geteert worden. Meine Erinnerung an die Befahrung einer frisch geteerten Strecke im letzten Jahr am Mt. Ventoux waren doch noch sehr frisch und ich hatte keine Lust mir mein Rad erneut zu ruinieren! Ich sagte dann auch gleich zu Fayek, dass ich beim ersten Anzeichen von klebenden Teilen am Rad sofort halt machen und umkehren würde. Fayek war da ganz meiner Meinung, da er sein neues Rad auch nicht riskieren wollte und das Malheur im letzten Jahr ja hautnah mitbekommen hatte.
Doch hatte wir Glück. Die Straße war bereits gewalzt worden und auch nicht so frisch wie damals. Man roch zwar den frischen Teer, doch haftete nichts an den Reifen und die Fahrbahnfläche war fest genug. So hatten wir erneut eine sehr schöne Strecke für uns. Der weitere Verlauf bis Stiege war wunderschön und wir werden ihn bestimmt in irgendeine zukünftige Tour einbauen. Wir mündeten auf eine größere Bundesstraße, die so seid dank nicht allzu viel Verkehr hatte. Mein Garmin zeigte dann plötzlich einen Abzweig nach rechts an, den ich ohne GPs sicherlich nicht gefahren wäre. Auch das Schild mit 12% lockte nicht direkt, doch Vorgabe ist Vorgabe. So kämpften wir uns eine kleine Straße die Steigung hinauf. Da uns auch Autos entgegen kamen, war ich mir sicher, dass wir richtig waren. Der Anstieg war nach 1,5km auch schon wieder zu Ende. Ob entdeckten wir ein sehr nettes Ausflugslokal und genehmigten uns mit Kuchen, Kaffee und Eisbecher eine schöne Pause. Im Nachgang entdeckte ich, dass es dort sogar Übernachtungsmöglichkeiten gab, die vielleicht mal für eine Ostharz-Tour in Frage kommen könnten.
Unsere Tour führte uns weiter über Hohegeiß wieder in Richtung Braunlage. So langsam merkte ich doch die Länge der Strecke und auch die Belastungen der vorangegangenen Tage. Doch lag bei Braunlage nochmal ein richtiger Anstieg vor uns, an dem wir vor ein paar Jahren schon mal ordentlich geknappert hatten. Ich mobilisierte nochmal alle Kräfte und drückte, mit Fayek im Schlepptau, ordentlich nach oben. Zum Abschluss stand nochmal eine schöne Abfahrt vom Torfhaus hinunter nach Altenau an. Im kleinen Gegenanstieg zu Beginn der Abfahrt sah ich eine Gruppe Mountainbiker, die auf ganz kleinem Gang hochkurbelte und ich konnte es nicht lassen da nochmal richtig reinzubolzen und an ihnen vorbei zu fliegen. Dies kostete mich dann aber auch meine letzten Körner.
So hatten wir am heutigen Tage annähernd 6 Stunden im Sattel gesessen und stolze 134km mit 2300hm bewältigt!
Fayek meldete sich mit Lust auf Fleisch und so verzichteten wir auf Nudeln mit Thunfisch-Tomatensauße und ich suchte im Internet nach einem Burgerladen. Fündig wurde ich in Goslar, was uns gut zu pass kam, da wir ja schon zweimal in Bad Harzburg gewesen waren. Wir informierten uns allerdings erst noch über den letzten Bundesligaspieltag und erlebten den ersten Abstieg des HSV. Der Laden entpuppte sich als sehr leckerer Burgerladen mit gutem Essen zu anständigen Preisen. Das Wetter ließ sogar zu, dass wir draußen sitzen konnten, was wir genossen. Gut gestärkt traten wir dann wieder die Heimreise an und ließen den Tag gemütlich auf dem Sofa ausklingen














