Mont Ventoux 2017 - Tag 3 - Rad Kaputt
Nach unserer erfolgreichen Befahrung des Mont Ventoux am vorherigen Tag sollte es heute ins südliche Umland gehen. Ich hatte eine schöne Strecke geplant und bei bestem Wetter machten wir uns auf den Weg. Meine Beine waren an diesem Morgen richtig gut. Den großen Berg im Rücken ging es über leicht hügeliges Terrain bis der erste Anstieg hinauf zum Col de Murs kam. Lange nicht so steil und lang wie gestern, doch mindestens genauso schön. Es ging recht kurvenreich durch eine schmale Schlucht mit sehr wenig Autoverkehr. Nach der Hälfte des Anstiegs ging ich nochmal richtig aus dem Sattel und gab Gas. So konnte ich Fayek und Carsten etwas distanzieren, was meinem Ego durchaus gut tat und oben ein kleines Video von Fayek und Carsten drehen.
Nach einem Zwischenhalt an einem Brunnen zum Auffüllen unserer Flaschen ging es weiter mit schönen Blick über die Landschaft. Auch der zweite Anstieg ging richtig gut und ich konnte ein schönes Tempo anschlagen. Kurz nach dem Gipfel kamen wir an eine Straße, die gerade neu gemacht wurde. Die Walze fuhr noch drüber und presste den Split mit dem leicht warmen teer zusammen. Unsere Reifen sammelten auch reichlich von dem Split auf und es kam wie es kommen musste, mir platzte der Reifen. Ich hielt direkt an, um mir den Schaden anzusehen, wobei ich zu meinem Schrecken feststellen musste, dass die Krafteinwirkung so groß gewesen war, dass mein Schaltauge abgerissen war. Somit war an weiterfahren nicht zu denken. Zu unserem Leidwesen war der Handyempfang an dieser Stelle nahezu gleich null, so dass wir Markus, Julia oder Regina nicht erreichen konnten. Auch war sehr wenig Autoverkehr auf der Straße. Carsten sprach einen Autofahrer an, der gerade von seinem „Anwesen“ herunterkam, doch er war sehr zurückhaltend und sah sich nicht in der Lage uns zu helfen. Wenige Minuten später konnte Casi erneut einen Autofahrer anhalten, der sich sehr zuvorkommend zeigte und gerne bereit war mich in die nächste Stadt zu einem Radgeschäft zu bringen. So trennten wir uns. Casi und Fayek machten sich auf den Weg zurück zu unserem Haus, wobei sie erst einmal eine längere Strecken die Räder schoben um nicht dasselbe Schicksal zu erleiden und ich unterhielt mich mit meinem Helfer. Er fuhr nur so durch die Gegend und war gerade bei den Filmfestspielen in Cannes gewesen. Netterweise brachte er mich zu einem Radgeschäft in Sault. Dort angekommen wünschte er mir alles Gute und ich berat den Laden in der Hoffnung auf eine schnelle Reparatur.
Leider gab es hier den nächsten Rückschlag. Der Mechaniker meinte ein neues Schaltauge würde sicherlich 1-2 Tage brauchen, da er es sich von Canyon schicken lassen müsste, doch meinte er mit Blick auf den Rahmen, dass er jegliches Fahren damit nicht anraten würde. Er zeigte auf meine rechte Hinterbaustrebe, die an zwei Stellen angebrochen war. Somit war klar dass der Rahmen irreparabel defekt war und jedes weitere Fahren damit ausgeschlossen war. Meine Stimmung ging ziemlich in den Keller. Ich konnte nach einigem hin und her Markus erreichen und ihm meine Situation schildern und ihn bitten mich in dem Radgeschäft abzuholen. So setzte ich mich vor das Geschäft und warte ca. 2 Stunden bis Markus mich aufsammelte und mit zurück zu unserer Unterkunft nahm.
Noch am Abend machte ich mich mit Casi auf den Weg nach Bedoin ins nächste Radgeschäft, um mir dort ein Rad für die kommenden Tage zu leihen. Ich legte Wert auf ein halbwegs gleichwertiges Rad und konnte ein Trek Domane mit Kompaktkurbel und 32er Ritzel mieten, doch mein Rad war hin und konnte den Rest unseres Urlaubs nicht mehr genutzt werden..




























