Slowenien 205 - Tag 3 - Mangart

Heute stand der Anstieg auf den höchsten befahren „Pass“ in Slowenien an. Es sollte auf den Mangart gehen. Die Passbeschreibung auf Quäldich.de war allerdings ein wenig furcht einflößend. Rampen von 19% wurden angekündigt und 1400 hm am Stück erinnerten mich stark an das Stilfser Joch, zumal die Strecke hier deutlich kürzer war. Urte hatte zwei Tage zuvor mir einen Flyer mitgebracht, auf dem ein Bergzeitfahren hinauf auf den Mangart angekündigt wurde. Dieses sollte am nächsten Tag stattfinden. Ich surfte erstmal ein wenig auf der zugehörigen Webseite und entschied mich dann mich nicht total lächerlich zu machen und die Veranstaltung zu meiden. Am Ende war meine Entscheidung richtig. Es wären nur zwei Wettstreiter langsamer als ich gewesen und einer davon war Jahrgang 39, wie ich später den Ergebnislisten entnahm…

So ging ich mit ein wenig Muffensausen auf die Fahrt und ich sagte mir immer wieder: „Nur nicht überziehen, du benötigst deine Körner noch“. Gerade im unteren Stück wurde es zwischendurch richtig steil und selbst mit meinem Berggang kam ich nicht über eine 60er Frequenz hinaus, doch wenigstens musste ich nicht absteigen. Die Strecke wechselte immer wieder mal zwischen Waldauffahrten und freiem Gelände ab, was mir die Gelegenheit gab das ein oder andere Mal ins Tal zurück zu schauen. Insgesamt benötigte ich für die Auffahrt knapp 2 Stunden. Oben ging es über eine Art Kreisverkehr auf den höchsten Punkt. Eine Verpflegungsstation gab es keine und auf gut 2000 Meter Höhe war es auch entsprechend frisch. Leider gab es nicht einmal ein Gipfelschild, dass ich fotografieren konnte. Auf der Abfahrt traf ich dann noch einen aus unserer Reisegruppe, der von oben mit dem Gleitschirm herunter geflogen war. Er wollte gar nicht glauben, dass ich auf den Gipfel mit dem Rad gefahren war.  Die Rückfahrt versüßte ich mir noch, in dem ich in Bovec noch ein schönen großes Eis gönnte und ermattet aber sehr zufrieden auf die Berge blickte….

Auf dem Campingplatz liefen dann am Nachmittag zwei Italiener vorbei, die neugierig mein Rad betrachteten und wir kamen etwas ins Gespräch, da sie ein Canyonrad noch nie Live gesehen, aber schon einiges darüber gehört hatten. Sie hatten aber ihre Räder nicht dabei, da sie zum Wildwasser fahren in der Gegend waren.