Meran 2013 - Tag 6 - Stilfser Joch
Es stand der Berg der Berge an. Das Stilfser Joch 1800 Höhenmeter, der Gipfel auf fast 2700 Meter und die 42 berühmtesten Kehren Italiens. Das Wetter zeigte sich wieder von seiner schönsten Seite, nur Fayek fabd das alles nicht so toll. Seine Erkrankung ließ ihm einfach keine Chance den heutigen Tag auf dem Rad zu bestreiten. So machten wir aus der Not eine Tugend und entschieden die Strecke doch gut zu verkürzen. Wir fuhren gemeinsam mit dem auto bis kurz vor den Anstieg nach Prad. Dort sollte es losgehen und Fayek bekam dadurch jede Menge Möglichkeiten mit dem Auto vorzufahren und von uns anderen Fotos zu machen.
Wir wünschten uns alle viel Glück und dann ging es los. Die ersten Kilometer war noch eher flach und wir blieben auch zusammen, doch bald begann jeder sein eigenes Tempo zu suchen. Ich hatte mir vorgenommen mich nicht von Markus abhängen zu lassen. In den letzten Tage hatte er immer wieder eine Ruhepause eingelegt auf darauf hoffte ich auch heute. Den Moment wollte ich nutzen und einen Vorsprung herausfahren. Doch obwohl Markus alsbald deutlich am schnaufen war wurde er nicht langsamer und ich hatte alle Mühe überhaupt an ihm dran zu bleiben. Im unteren Drittel kam dann auch noch eine polnische Trainingsgruppe, die locker an uns vorbei fuhren und sich dabei noch unterhielten… Markus versuchte sich dort festzuklemmen, doch als die Kollegen unseren Amateur bemerkten zogen sie das Tempo ein wenig an und ließen Markus keine Chance. Dies war dann der Moment wo Markus zu einer Erholung anhielt und ich an ihm vorbei zog. Doch allzu weit kam ich nicht weg, da er von hinten wieder aufholte. ich versuchte erneute das Tempo etwas zu steigern (oder zumindest nicht langsamer zu werden…) . Fayek wartete immer wieder in den Kehren auf uns, munterte uns auf und spornte uns an! Später erfuhr ich, dass ich doch Markus ein wenig zermürbte, da er auch immer darauf wartete, dass ich langsamer würde. Schließlich gab er auf und ließ mich fahren. Ein wenig befreit davon Markus nicht mehr so dicht im Nacken zu spüren konzentrierte ich mich auf mich selbst und schaffte es sogar die Strecke und das Panorama ein wenig zu geniessen. Ich erinnerte mich, wie ich 7 Jahre zuvor mit Carsten diesen Berg bezwungen hatte, leichter war es heute auch nicht. Nach oben raus konnte ich sogar den ein oder anderen Radler überholen, was der Motivation immer wieder einen Schub gab. Die Höhe selbst bemerkte ich gar nicht, da ich sowieso die ganze Zeit im roten Bereich fuhr.
Schlußendlich kam der Pass und ich rollte mit innerlich Stolz geschwellter Brust an Fayek vorbei und über den Zielstrich. Gemeinsam warteten wir auf Markus und Fayek, die im Abstand von wenigen Minuten ebenfalls den Gipfel erreichten. Wir beglückwünschten uns zu unserer großartigen Leistung und genossen den Blick auf den Ortler. Wir schlossen unsere Räder an und schlenderten gemeinsam durch die Souvenir Shops auf dem Pass auf der Suche nach einem schönen Gipfeltrikot und etwas essbarem. Wir fanden beides, wenn Fayek uns auch verbot das Trikot direkt anzuziehen. ich durfte mich für diesen Tag als King of the Hill bezeichnen und kokettierte damit auch entsprechend. Nachdem wir uns ausgeruht hatten sollte es über den Umbrailpass wieder ins Tal gehen. Dieser Pass ist deutlich weniger frequentiert als das Stilfser Joch aber landschaftlich genauso schön. Für kurze Zeit waren wir sogar in der Schweiz, wenn die Grenzstation auch nicht besetzt wirkte. Auf der Abfahrt mussten wir sogar noch ein Stück Schotterpiste meistern. Nach etwa der Hälfte der Abfahrt mußte Markus absteigen, da er eine Platten hatte. Der einzige diese Woche und da wir ja mit dem Auto unterwegs waren, brauchte Markus nur einsteigen…
Die restliche Abfahrt ging noch mal durch einen wunderschönen Wald mit vielen Serpentinen und ich hatte fast Lust direkt wieder hoch zu fahren. Wir hielten auf einem kleinen Parkplatz zogen uns um und packten unserem Kram wieder ins Auto. Wie sich später herausstellte verlor ich in dem Gewühl einen meiner Radschuhe, der wahrscheinlich noch heute dort bei dem Parkplatz liegt…. Gott sei Dank war es der letzte Tag und ich mußte mir vor Ort nicht noch andere Schuhe besorgen.
So endete eine sehr schöne Woche in den Vinschgauer Alpen mit vielen großartigen Pässen einer sehr schönen Landschaft, netten Leuten. Doch leider auch mit einem enttäuschten Fayek, der aber versprach eines Tages wird er das Stilfser Joch noch fahren !
Die Heimfahrt am kommenden Tag verlief ereignislos für Frank, Fayek und mich. Markus wurde Morgens von seiner Freundin abgeholt und machte sich mit ihr für einige weitere Radtouren auf den Weg zur Sellagruppe















































































