Pyrenäen 2011 - Col du Tourmalet

Die Königsetappe stand auf dem Programm. Es sollte über den Tourmalet gehen. Unsere neu erworbenen Mannschaftstrikots kamen direkt zum Einsatz und ich fühlte mich fast wie ein Profi, wenn auch mein optisches Profil nicht ganz dem Idealzustand glich…

Damit die Gesamtstrecke nicht zu lang würde, wählte ich eine Anfahrt durch die Hügel, die Markus und ich bereits am Vortag erkundet hatten. In der langen und nicht wirklich steilen Anfahrt hatte ich durchaus meine Probleme das Tempo der anderen mitzugehen, was mir für den Anstieg Sorgen machte.  Am Fuße des Anstiegs zum Tourmalet angekommen pausierten wir, füllten unsere Trinkflaschen und schoben noch den ein oder anderen Riegel nach. Netterweise machte eine vorbeikommende Dame auch noch ein paar Gruppenfotos von uns. Fayek dehnte sich erst mal wieder und selbst Markus begann damit. Den Anstieg selbst fuhr dann sehr bald jeder für sich alleine, wobei bei Fayek sich seine vielen Trainingskilometer bemerkbar machten und er unwiderstehlich davon zog. Den Gipfel erreichten wir aber alle. Hier hatten wir auch das erste Mal das Gefühl, in einer bedeutsamen Radregion zu sein, da doch deutlich mehr Radfahrer am Berg unterwegs waren (und fast alle schneller als ich…), als auf unseren anderen Touren.

Markus feierte die Bezwingung mit einer ordentlichen Portion Pommes und einem Schweinesteak auf Toast, wo sich mir allein beim Anblick der Magen zusammenzog. Wir konnten noch ein schönes Gipfelfoto mit uns allen machen und stürzten dann auf der anderen Seite uns den Berg hinunter. Im Restaurant waren an den Wänden Originalräder von der Tour von vor über 100 Jahren zu bewundern und ich konnte mir gar nicht vorstellen, wie die Teilnehmer der Tour damals mit diesen Rädern den Berg bezwingen konnten. Da die Strasse gut ausgebaut und im unteren Teil auch wenig Kurven hatte, konnte man  es richtig krachen lassen, was mich die Anstrengungen der Erklimmung wieder vergessen ließ.