Gran Canaria 2007 - Tag 4 - Einsames Tal

Meine heutige Tour sollte nicht so ausgedehnt sein, wie die gestrige. Ich hatte mir bei der Planung nicht wirklich zugetraut jeden Tag 3000hm zu fahren. Zu Anfang ging es die Küste entlang bis Puerto de Mogan. Die Strecke war eigentlich als flach beschrieben doch ging es immer wieder rauf und runter. Zwar nicht lang aber dafür andauernd. Das Wetter war top und die Mischung zwischen dem Blau des Atlantiks und dem Braun-Grau der Felsenküste erzeugte sehr schöne Kontraste. Nach gut 30 Kilometer ging es dann ins Landesinnere. Die Anzahl der Autos nahm rapide ab und es wurde sehr ruhig. Jetzt sollte es die kommenden 30 Kilometer bergauf gehen, bis ich oberhalb von San Bartolomé wieder auf altbewährte Strecken kommen sollte.

Der Anstieg war fantastisch! Zuerst kletterte ich in großen Schleifen den Hang entlang dann ging es in einen Pinienwald in dem sich enge Serpentinen den Berg hochwanden. Im oberen Teil begegnete ich dann erstmalig anderen Radfahrern. Sie fuhren zu dritt und war kaum schneller als ich, so daß ich probierte mich an sie dran zu hängen. So fuhren wir eine Weile gemeinsam.

Dann geschah es. An einer engeren Linkskurve kamen uns drei Jugendliche auf Mopeds entgegen, die die Kurve falsch eingeschätzt hatten und dabei noch mit zu hoher Geschwindigkeit fuhren. Den Mittleren der drei trug es zu uns hinaus und er erfasste den Radfahrer direkt hinter mir. Das Rad war ziemlich demoliert und der Radfahrer war nicht bei Bewusstsein. Der Mopedfahrer sah auch nicht gut aus, wenn auch nicht so schlimm, wie der Rennradfahrer. Glücklicherweise hatten die Mopedfahrer Mobiltelefone bei sich und konnten einen Krankenwagen rufen. Der Radfahrer kam auch wieder zu Bewußtsein und konnte von seinen Freunden erstversorgt werden. Mir blieb nicht anderes zu tun, als meine Hilfe anzubieten, doch kamen die anderen schon gut zu recht. Ich wünschte ihnen noch alles Gute und verabschiedete mich, da ich nicht weiter helfen konnte. Meine Visitenkarte hatte ich noch hinterlassen, für den Fall, dass ich als Zeuge nochmal benötigt würde. Doch habe ich nie wieder etwas von den Beteiligten gehört.

Die weitere Tour ging ich, aufgrund der grade gemachten Erfahrung, aufmerksamer und etwas vorsichtiger an. An meinem höchsten Punkt angekommen ging es auf der mir bereits bekannten Strasse in Richtung San Bartolomé, wo ich den kleinen Abstecher durch den Ort mit der schon erwähnten Rampe machte. Ich genoss erneut die tolle Aussicht und fuhr nach einer Pause hinunter zur Küste und zurück zum Hotel. 

Der Gegenanstieg auf der Abfahrt kam mir von mal zu mal anstrengender vor. Vielleicht machten sich auch die Touren der vorherigen Tage bei mir bemerkbar…

Alles in allem war es wieder eine Tour mit über 100 Kilometer und mehr als 2000 Höhenmetern!